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Zu Vino und Pizzoccheri

Die Bürgerfahrt in Sindelfingens Partnerstadt Sondrio hat alle Teilnehmenden begeistert

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    Vom Wetter nicht immer verwöhnt, aber bester Laune: Gruppenbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Bürgerfahrt nach Sondrio Fotos: red

Artikel vom 01. Januar 2018 - 17:00

SINDELFINGEN/SONDRIO (red). Die Initiative Städtepartnerschaften Sindelfingen (ISPAS e.V). organisiert regelmäßig Bürgerfahrten in Sindelfingens Partnerstädte. Nun ging es in Sindelfingens italienische Partnerstadt Sondrio.

Die Stadtführung in Sondrio und der Empfang bei Bürgermeister Dr. Alcide Molteni musste aus terminlichen Gründen auf den vorletzten Reisetag verschoben werden, deshalb ging es zunächst in die Umgebung von Sondrio. Das von Dr. Stefania Stoppani (Stadt Sondrio) und Dr. Gudrun Kemmerling, Italia Graziano Frazzetta, Brigitte Stegmaier (alle ISPAS) zusammengestellte Programm sah vor, an Weinbergen vorbei hinauf zu einem Aussichtsturm zu fahren und über die Strada dei Vini e dei Sapori (Straße des Weins und der Köstlichkeiten) nach Teglio. "Dort wurde im Hotel-Restaurant Combolo, dem Mitgründer der Accademia del Pizzocchero di Teglio, die Herstellung von und Zubereitung mit Pizzoccheri gezeigt", berichtet ISPAS-Schriftführerin Uschi Steinhübl.

Pizzoccheri werden aus schwarzem Buchweizenmehl und Weizenmehl hergestellt und mit Saisongemüse und Kartoffeln gemischt gekocht, dann mit Veltliner Käse in eine Auflaufform geschichtet. Dieses Gericht und Sciatt, auch aus schwarzem Buchweizenmehl, waren früher bäuerliche Armeleuteessen und gelten jetzt als Aushängeschild der Veltliner Küche. Dieses Essen war eine gute Grundlage für die Weinprobe im Weingut Nino Negry.

Für den nächsten Tag war die Azienda Agrituristica La Fiorida vorgesehen. Das ist eine nachhaltige Urlaubsfarm, in der alles aus eigener Produktion hergestellt wird. Er bietet Erzeugnisse vom Stall durch die eigene Käserei und Metzgerei auf die Tafel. Die totale Autonomie zeigt sich auch bei Heizung, Kühlung und Energie. Von der sorgfältigen Behandlung und dem Wohlbefinden der Tiere konnten sich alle bei der Einführung überzeugen.

Sehr früh am nächsten Morgen war die Abfahrt nach Colico am Comer See. Die Fahrt mit dem Ausleger-Schnellboot nach Como war notwendig, weil die Umrundung des Sees mit dem Bus durch Straßenbaustellen sehr behindert gewesen wäre. Auch wenn die Sonne nicht strahlte, konnte man von der Seeseite aus die beeindruckende Natur und Bebauung bestaunen und bewundern.

Am nächsten Tag war der Treffpunkt für den Stadtrundgang die Piazza Garibaldi. Dieser Platz, eine typische Piazza aus dem 18. Jahrhundert, ist das Herz Sondrios und der Treffpunkt für alle, die die Stadt kennenlernen wollen. Von hier aus folgt man den kleinen Wegen und engen Straßen und kann so das historische Sondrio - das Sondrio der Renaissance, des Barocks und das neoklassische - und das moderne Sondrio gut zu Fuß erkunden. Es war auch den Sindelfingern wichtig, außerhalb ihrer schon selbst erlaufenen Wege durch die sachkundige und humorvolle Führung von Hannelore Geggus d'Anisi mehr über die Partnerstadt zu erfahren. Es gibt dort eben nicht nur breite Wege, sondern auch das fast vollständig erhaltene antike Bauernviertel Scarpatetti mit den typischen Bauernhäusern mit Holzbalkonen und den steinernen Gewölbedecken, die Halterungen für Öllampen und die Steinbänke zum Ausruhen.

Es haben sich auch hier schon Leute eingekauft, die eher nicht auf Unberührtheit stehen, sondern Komfort wollen. Auf dem Weg durch das Viertel hinauf zum Castello Masegra befinden sich drei kleine dem Marienkult gewidmete Kapellen. Ganz hinauf ging die Sindelfinger Reisegruppe jedoch nicht, weil Bürgermeister Dr. Alcide Molteni zum Empfang im Rathaus gebeten hatte. Das Rathaus, der Palazzo Communale, aus dem 11./12. Jahrhundert ist ein sehenswertes Gebäude, das den Sindelfingern nach der warmherzigen und launigen Begrüßung durch den Bürgermeister gezeigt wurde. Besonders beeindruckt waren die meisten durch das Arbeitszimmer des Bürgermeisters mit der ganz speziellen schiefen Tür.

Ziemlich früh war die Abfahrt nach Tirano zur historischen Berninabahn. Die Reiseleitung hatte die normalen Waggons der Berninabahn reservieren lassen mit einem lokalen Reiseleiter, es aber leider versäumt, beim Wettergott das richtige Wetter zu bestellen. Gutgelaunt erklärte der Reiseleiter die Aussicht, die man hätte, wenn es keinen Nebel gäbe. Man konnte sich auch so die Meisterleistung der Ingenieure und Arbeiter vorstellen, die zwischen 1905 und 1910 diese schwierige Strecke bewältigen mussten.

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