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Wirtschaft im Kreis Böblingen unter Volldampf

Die Unternehmen waren noch nie so zufrieden mit ihrer Lage - Nur der Fachkräftemangel bereitet Sorgen

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    Alles andere als düster sind die Aussichten der Wirtschaftsunternehmen im Landkreis Böblingen. Vor allem der Bau boomt Foto: Thomas Bischof

"Es läuft und läuft" - so beschreibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) die konjunkturelle Lage im Landkreis Böblingen. Die Wirtschaft habe mittlerweile ein Niveau erreicht, das fast nicht mehr zu toppen sei.

Artikel vom 19. Dezember 2017 - 17:48

KREIS BÖBLINGEN (red). In den Umfragen der IHK-Bezirkskammer zur wirtschaftlichen Lage spiegle sich dieser Eindruck nachhaltig wider, heißt es in einer Pressemitteilung. Der IHK-Indikator zur Geschäftslage, berechnet als Differenz zwischen Gut- und Schlechtmeldungen, sei beispielsweise zuletzt im Jahr 2010 im Minus gelegen. Mit einer leichten Schwächephase in den Jahren 2012 und 2013 bewege sich die Wirtschaft im Kreis Böblingen damit nun seit sieben Jahren auf einem stabilen Wachstumskurs. Aktuell meldeten mehr als 53 Prozent der von der Böblinger Kammer befragten Unternehmen eine gute Lage; lediglich drei Prozent befänden sich in einer schwierigen Situation.

Zugpferd dieser günstigen Entwicklung ist dabei nach wie vor der industrielle Sektor. In dieser Branche liegt der Anteil der guten Lagebeurteilungen nochmals deutlich über dem Durchschnitt und derzeit bei einem Wert von 63 Prozent. Der IHK-Lageindikator liege mit 61 Zählern mehr als zehn Punkte über dem der gesamten Wirtschaft im Kreis Böblingen.

Getragen, so die IHK weiter, wird diese gute Geschäftslage in der Industrie durch eine stabile Binnennachfrage und eine sehr gute Exportentwicklung. Angesichts günstiger Rahmenbedingungen blickten die Unternehmer auch mit großem Optimismus in die Zukunft. Viele wichtige Märkte der exportstarken Böblinger Wirtschaft befänden sich derzeit im Aufschwung oder in ebenfalls ruhigem Fahrwasser. "Vor diesem Hintergrund scheint es sehr wahrscheinlich, dass die Wirtschaft im Kreis ihren stabilen Kurs fortsetzen wird", heißt es im Konjunkturbericht.

Beim Auftragseingang führen die Dienstleister derzeit die Branchen im Landkreis an. Gut 32 Prozent können eine gestiegene Nachfrage melden. In der Dynamik habe die Auftragslage zwar leicht nachgegeben, bewege sich aber zum Jahresende hin weiter-hin auf einem sehr hohen Niveau. Auch für die weitere Entwicklung sehen die Serviceunternehmen noch kein Ende der guten konjunkturellen Lage. Fast 30 Prozent rechnen mit einer verbesserten Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten.

Die stärkste Branche im Kreis ist und bleibt die Industrie. Diese zieht laut Einschätzung der IHK einmal mehr die Wirtschaft im Kreis Böblingen voran. Profitieren könne die Branche von der guten Auftragslage sowohl im In- als auch im Ausland. Insbesondere die wichtigen Absatzmärkte in Europa, Asien aber auch in Amerika beförderten diese günstige Entwicklung.

Angesichts dieser guten Ausgangslage blicken die Betriebe mit großer Zuversicht auf die kommenden Monate. Lediglich die Beschäftigungssituation bereitet derzeit Kopfzerbrechen. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 2,9 Prozent ist der Arbeitsmarkt im Kreis leergefegt. Demgegenüber beabsichtigen mehr als 30 Prozent der Industriebetriebe, Personal einzustellen. "In Anbetracht dieser Situation verwundert es nicht, dass quer über alle Branchen hinweg der Fachkräftemangel als Hauptrisiko der konjunkturellen Entwicklung angesehen wird", schreibt die IHK.

Die günstigen Konjunkturdaten schlagen sich auch in der Handelsbranche nieder. Sowohl der Großhandel als auch der Einzelhandel konnte in der IHK-Umfrage das gute Niveau der Vormonate halten. Die Perspektiven betrachten die Händler zudem mit großem Optimismus. "Mit dieser guten Lage", so die IHK, "tritt allerdings auch in dieser Branche der Fachkräftemangel immer stärker zu Tage". Mehr als ein Drittel der Befragten möchte in der kommenden Zeit Personal aufbauen. Dieser Wert habe sich im Laufe des Jahres annähernd verdoppelt.

Mit der nach wie vor großen Nachfrage nach Wohnraum, hält auch der Boom im Baugewerbe weiter an. Die Unternehmen sind vielfach an der Kapazitätsgrenze unterwegs und können die Nachfrage teilweise nicht bedienen. "Von einem Umschwung ist derzeit nicht auszugehen", glaubt die IHK. In der Umfrage der IHK-Bezirkskammer meldete kein Unternehmen eine schlechte Lage. Ebenso gab kein Unternehmen eine sinkende Auftragslage oder aber eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung an.

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