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Humor: Jakob Bauer rettet Weihnachten - Teil 15

Ein Krimi-Adventskalender

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    Jakob Bauer ermittelt auf dem Stellberg. Wenn er nur wüsste wie er hierher gekommen ist!

Artikel vom 15. Dezember 2017 - 16:52

In diesem abenteuerlich-amüsanten Adventskalender erzählt KRZ-Volontär Florian Ladenburger den neuesten Fall des Geheimagenten Jakob Bauer. In seinem ersten Fall in Böblingen ist Bauer gleich einer großen Sache auf der Spur, denkt der übereifrige Agent zumindest. Scharfe Kombinationsgabe und eine gute Spürnase sind bei diesem kniffligen Fall gefragt. Jakob Bauer versucht dennoch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Teil 15: Die Jagd wird nicht ausgesetzt

Mein Name ist Jakob Bauer. Ich bin Geheimagent beim Kriminalistischen Rettungs-Zentrum (kurz KRZ) in Böblingen. Der israelische Auslandsgeheimdienst hat mir eine unmissverständliche Nachricht übermittelt: An Heiligabend soll in der Böblinger Stadtkirche ein Bomben-Attentat stattfinden. Um das zu verhindern brauchen die Israelis meine Hilfe. Ich habe nur noch 10 Tage Zeit. Zwischenzeitlich hat sich ein neuer Fall aufgetan, es geht um eine grausame Kindesentführung. Wie der Zufall es will, habe ich auch einen kleinen Jungen als Helfer an meiner Seite.

Mein Kopf dröhnt, mir ist schwindelig, ich öffne die Augen und schließe sie gleich wieder. Presslufthämmer arbeiten hinter meinen Augen, es ist unerträglich. Was ist nur los mit mir? Meine letzte Erinnerung ist aus einem Restaurant, der Junge isst Schnitzel mit Pommes und... Der Junge! Hellwach reiße ich die Augen auf. Wo ist der Junge? Und wo bin ich? Ich sehe nur Grün und Braun. Das ist nicht Sindelfingen. Das ist kein Restaurant. Das ist kein Schnitzel und das sind keine Pommes. Das ist Natur. Ich spüre Gras zwischen meinen Zehen, sehe Bäume und... Moment mal! Ich schaue auf meine Füße hinab. Sie sind nackt. Ebenso mein restlicher Körper, wie ich bemerken muss. Jetzt merke ich auch, dass mir ziemlich kalt ist. Ein frischer Wind pfeift mir um die Ohren und andere Körperregionen. Ich muss hier weg. Ich versuche mich zu orientieren. Ich scheine auf einer Anhöhe zwischen Herrenberg und Gärtringen zu sein, vermutlich der Stellberg. Aber wo ist jetzt Norden? Wie war das? Moos wächst immer da wo der Daumen rechts ist? Eichen musst du weichen, Buchen musst du suchen! Trenne nie st, das tut den beiden weh! Ach, vergiss die Bauernweisheiten, ich bin Geheimagent! Und so verhalte ich mich auch, also Augen zu und durch!

Das funktioniert bis ich wenige Schritte später gegen einen Baum laufe. Ich entschließe mich dazu, die Augen offen zu lassen. So laufe ich bergab, immer Richtung Norden, wo ich Gärtringen vermute. Der Untergrund wird steiniger, Äste kratzen an meiner nackten Haut, so kann das nicht weitergehen. Ich flechte aus Gräsern lange Bänder und schnüre damit Blätter um meinen gesamten Körper. Ich gebe vermutlich ein lächerliches Bild ab, sehe aus wie ein Mann, eingewickelt in Blätter, aber es schützt mich vor der wilden Natur und es wärmt! Rundum beblättert laufe ich durch das Unterholz immer gerade aus. Es ist mühsam, nach einiger Zeit geht es bergauf, doch ich lasse nicht nach, habe mein Ziel fest vor Augen. Die letzten Meter klettere ich den Berg hinauf, dann habe ich es geschafft. Ich recke die Faust in die Höhe und springe umher.

Da bemerke ich, dass mir die Umgebung irgendwie bekann vorkommt. Ich schaue genau hin. Es scheint, als wäre ich wieder am Ausgangspunkt angekommen. Welch teuflische Macht hat hier ihre Hände im Spiel? Hatte ich zuletzt vermutet, dass hohe Politiker in die ganze Affäre verwickelt sind, so glaube ich nun, dass ich etwas viel größerem auf der Spur bin. Am Ende sind es Außerirdische, die mich für ihre Experimente enführt, auf dieser Lichtung ausgespuckt haben und nun mit unsichtbaren Kräften im Kreis laufen lassen. Ich habe es immer gewusst!

Kaum habe ich meine Gedanken zu Ende gedacht, da sehe ich einen Punkt am Himmel, der stetig größer wird. Das ist ihr Raumschiff! Sie sind gekommen mich zu holen! Es kommt immer näher, ein Wind kommt auf und wird immer stärker, dazu kommt ein ohrenbetäubender Lärm! Wenige Minuten später schwebt die fliegende Untertasse vor mir und landet auf der Kuppe. Das Raumschiff hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem handelsüblichen Hubschrauber, aber das ist eben die gemeine Taktik der Marsianer!

Die Tür öffnet sich und ein Alien in Gestalt des Jungen kommt heraus. Das Alien sieht wirklich exakt aus wie der Junge. "Hallo Jakob, na? Gut geschlafen?" Und es klingt auch exakt wie der Junge. Es ist gruselig. Der Extraterrestrier möchte mir klar machen, dass ich des nachts im breitesten Suff, den er jemals erlebt hat, bis hier gelaufen bin und ich mir die Kleider vom Leib gerissen habe, weil ich mich von keinem Menschen, vor allem aber auch keiner Kleidung, einengen lassen wollte. Was für eine hanebüchene Geschichte! Er hat sogar  Filmmaterial erstellt, das seine Geschichte unterlegen soll, aber ich erkenne gleich, dass es sich um Fälschungen handelt, das wurde alles manipuliert. Wenn auch sehr sehr gut. Sehr sehr sehr gut. Über mein Blätterkleid lacht er sich scheckig und meint, ich sehe aus wie ein Mann, eingewickelt in Blätter.

Er will mich mitnehmen zurück nach Sindelfingen, hat richtige Klamotten dabei. "Sindelfingen", ich verstehe, natürlich, zwinkerzwinker, aber was habe ich für eine Wahl? Außerdem wollte ich schon immer mal ein Raumschiff von innen sehen. Also gehe ich mit. Das Raumschiff sieht auch von innen aus wie ein Hubschrauber, der Alien/Junge fliegt das Ding souverän. Ich vergesse fast, dass er ein Alien ist. Wir landen in einem Ort, der Sindelfingen verflixt ähnlich sieht, auf einem Hausdach. Es ist ein Hotel. Wow. Mein erster Besuch in einem galaktischen Hotel, das wird toll! Am Ende sieht alles doch nur aus wie ein Hotel in Sindelfingen eben aussieht. Im Spa-Bereich lasse ich mich massieren und analysiere konzentrchrr...chrr...chrr

 

Fortsetzung folgt...

 

 

 

Dies ist schon der dritte Fall für Jakob Bauer.

2013 war er im bayerischen Eichstätt der Trüffel-Mafia auf der Spur. Den Film dazu gibt es hier zu sehen.

2014 jagte er im fränkischen Nürnberg erbarmungslose Entführer. Umgesetzt wurde dieser Fall in einem Hörspiel für den Radiosender afk-max, das 2015 mit dem BLM-Hörfunkpreis ausgezeichnet wurde.

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