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Humor: Jakob Bauer rettet Weihnachten - Teil 12

Ein Krimi-Adventskalender

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    Zurück in Böblingen will Jakob Bauer eine neue Spur verfolgen, doch da entdeckt er etwas Grausames!

Artikel vom 12. Dezember 2017 - 16:51

In diesem abenteuerlich-amüsanten Adventskalender erzählt KRZ-Volontär Florian Ladenburger den neuesten Fall des Geheimagenten Jakob Bauer. In seinem ersten Fall in Böblingen ist Bauer gleich einer großen Sache auf der Spur, denkt der übereifrige Agent zumindest. Scharfe Kombinationsgabe und eine gute Spürnase sind bei diesem kniffligen Fall gefragt. Jakob Bauer versucht dennoch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Teil 12: Die Jagd geht wieder weiter

Mein Name ist Jakob Bauer. Ich bin Geheimagent beim Kriminalistischen Rettungs-Zentrum (kurz KRZ) in Böblingen. Der israelische Auslandsgeheimdienst hat mir eine unmissverständliche Nachricht übermittelt: An Heiligabend soll in der Böblinger Stadtkirche ein Bomben-Attentat stattfinden. Um das zu verhindern brauchen die Israelis meine Hilfe. Ich habe nur noch 13 Tage Zeit.

Pünktlich zur Mittagspause kommen wir wieder in Böblingen an. Letztlich sind wir die Strecke gelaufen. Nachdem wir 12 Stunden am Bahnhof in Ehningen gewartet hatten, befürchtete ich schon, dass hier wieder jemand die Gleise aufgerissen hat um mich aufzuhalten, aber es war dann doch nur der plötzliche Wintereinbruch, der den Bahnhverkehr lahmgelegt hatte.

Wir setzen uns in ein nahegelegens Café und bestellen Kaffee und Kuchen. Ich entscheide mich für eine Limo mit Schoko-Croissant. Da ich gerade nicht im Dienst bin, bitte ich die durchaus attraktive Bedienung noch einen Moment am Tisch zu bleiben. Ich erzähle ihr großmütig aus dem Leben meiner Tarn-Identität: "Weißt du, Täubchen, ich bin Schriftsteller." Ihre Augen werden groß. Wäre doch gelacht, wenn ich die nicht mal zu einem kindle-light-Dinner einladen könnte! Ich fahre fort: "Ich schreibe gerade ein Telefonbuch. Kann ich deine Nummer haben?" Tatsächlich holt sie ihren Block heraus und schreibt mir ihre Nummer auf, yes! Als sie mir den Zettel reicht, sehe ich allerdings, dass es nur die Rechnung ist. Blöde Kuh! Um ihr eins auszuwischen zahle ein wenig zu viel und sage dazu: "Stimmt so." Soll sie nur sehen, was sie davon hat! Ja, jetzt freut sie sich noch, aber wenn sie heute Abend die Abrechnung macht, da wird sie dumm schauen, wenn die Kasse nicht stimmt!

Ich schlürfe meine Limo, der Junge hat seinen Kaffee schon halb leer. Ich schnappe mir eine Zeitung und stutze. "Sag mal, hast du einen hässlicheren Bruder?", frage ich ihn. Er antwortet: "Das gleiche wollte ich dich fragen", und hält mir die gleiche Zeitung unter die Nase. Auf dem Titelblatt prangt die Überschrift "Kindesentführung! Haben Sie diesen Mann gesehen? Und dieses Kind?" Darunter ein Foto, das mir zum Verwechseln ähnlich sieht, dasselbe gilt für den Jungen. "Junge, weißt du was das bedeutet?" Der Junge antwortet nicht, sondern holt stattdessen wieder seinen Stock heraus, um mir in die Seite zu pieksen. Ich glaube das beruhigt ihn. "Da hat jemand in Mauren ein Kind entführt! Wie bösartig kann man nur sein und ein unschuldiges Kind entführen? Den schnappen wir uns! Los, zurück nach Mauren!"

Wir stehen auf und wollen gehen, da stellen sich zwei Frauen mittleren Alters in unseren Weg. Sie haben beide eine Zeitung in der Hand. Sie zeigen auf uns. "Das ist doch der Kindesentführer!", ruft die eine. "Und da ist das entführte Kind, das der Kindesentführer entführt hat!", ruft die andere. Ich reagiere blitzschnell, ziehe meine Waffe, drehe mich um und frage: "Wo?" Direkt hinter uns musste er gestanden haben, doch er ist weg! Ich drehe mich zu den Frauen um: "Wo ist er hin? In welche Richtung? Sagen Sie es mir!", schreie ich sie an und fuchtele dabei mit meiner Waffe herum. Die Frauen sind plötzlich ganz stumm und zittern ängstlich. Der Entführer muss sie eingeschüchtert haben, die werden mir nichts mehr sagen.

Doch wozu bin ich Geheimagent? Im Hauptquartier haben wir Zugang zu allen Überwachungskameras der Stadt. Damit finden wir ihn. Ich schnappe mir den Jungen und renne unter dem Bahnhof durch in Richtung Flugfeld. Der Bombenanschlag muss warten, ich habe ja noch 13 Tage Zeit.

 

Fortsetzung folgt...

 

 

 

Dies ist schon der dritte Fall für Jakob Bauer.

2013 war er im bayerischen Eichstätt der Trüffel-Mafia auf der Spur. Den Film dazu gibt es hier zu sehen.

2014 jagte er im fränkischen Nürnberg erbarmungslose Entführer. Umgesetzt wurde dieser Fall in einem Hörspiel für den Radiosender afk-max, das 2015 mit dem BLM-Hörfunkpreis ausgezeichnet wurde.

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