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Das 22. Kinder- und Jugendtheaterfestival Böblingen ist eröffnet

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    "Du bist ein Waschlappen!" - In einem Theaterstück wird beim Festakt des Kinder- und Jugendtheaterfestival das Thema Mobbing aufgegriffen Fotos: Thomas Bischof

Ein Waschlappen, ein großer Scheck und ganz viele aufgeregte Kinder - das waren die Zutaten des Festaktes, mit dem am Dienstag im Feierraum in Böblingen das 22. Kinder- und Jugendtheaterfestival eröffnet wurde. Noch bis Ende der Woche gibt es für Kinder Theater.

Artikel vom 21. November 2017 - 16:06

Von Florian Ladenburger

BÖBLINGEN. "Mann, sind wir müde! Ich glaube wir machen heute kein Theater!", sagten die Schauspieler des Theaters "tie break" zusammen mit Schülern der Paul-Lechler-Schule und schlurften wieder aus dem Feierraum. Das fing ja gut an! Dabei sollte es doch der feierliche Festakt des Kinder- und Jugendfestivals Böblingen sein!

Natürlich war das nur ein Scherz der Theatermacher. Sie führten dann doch noch ihr Stück "Expedition in die Wildnis" auf. Davor begrüßte unter anderem Martin Wuttke, der erste Landesbeamte des Kreises, die anwesenden Kinder. "Das Theaterspielen ist eine Alternative zum Fernsehen", sagte er. "Man kann der Kreativität freien Lauf lassen und einfach mal die Sau rauslassen." Außerdem fördere das Theaterspielen die Persönlichkeitsbildung.

Ein "vorzeitiges Weihnachtsgeschenk" hatte Frank Fausel von der Kreissparkasse Böblingen dabei: einen Scheck über 5000 Euro für das Festival. Da strahlten die Gesichter bei den Kindern und vor allem den Organisatoren vom Kreisjugendring und Kreisjugendreferat.

Der Fokus des Festivals in diesem Jahr liegt auf der Pädagogik und so hatte das vorgeführte Stück auch einen pädagogischen Aspekt. Zwei Theaterpädagogen hatten mit Schülern der Klassen 5 und 6 der Paul-Lechler-Schule in weniger als zwei Stunden das Stück einstudiert. Natürlich merkte man die kurze Probenzeit den Kindern an, doch war es erstaunlich, wie viel sie in so kurzer Zeit erlernt hatten.

Das Stück greift spielerisch das Thema Mobbing auf. Expeditionsleiter Tom und sein Gehilfe Robert gehen mit ihren Schützlingen in die Wildnis. Sie klettern durch die Zuschauerreihen und schleichen durch den ganzen Raum. Schnell zeigt sich, dass Robert mehr und mehr von Tom schikaniert wird und alle anderen steigen darauf ein. Er sei ein Waschlappen und mache alles falsch. Der Konflikt spitzt sich zu, Robert will abbrechen, doch bevor es zur Eskalation kommt, ruft einer "Stop", und das Spiel wird unterbrochen. Die Pädagogen setzen ihre Mützen ab und geben sie zwei Schülern. Diese schlüpfen jetzt in die Rollen von Tom und Robert und müssen die Situation spontan zu einem Ende bringen. Dieser Teil ist nicht abgesprochen oder vorgeplant.

Die Kinder entscheiden sich für eine Aussprache. "Ich mag nicht, dass du mich immer Waschlappen nennst", sagt der neue Robert. "Und mir gefällt nicht, dass du mich immer herumscheuchst." Der neue Tom erkennt seinen Fehler und lässt Robert sogar vorne laufen, obwohl er bisher immer hinten laufen musste. Happy End.

"Es hat richtig Spaß gemacht!"

Katrin Monauni, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings und Hauptorganisatorin des Festivals, zeigte sich im Anschluss beeindruckt: "Mit welchem Engagement die Kinder dabei sind, toll!" Und wie war es für die Kinder selbst? "Es hat richtig Spaß gemacht", sagt der zwölfjährige Sammy. Aufgeregt war er nicht, er stand mit einer Break-Dance-Nummer schon einmal auf einer Bühne. Selim, ebenfalls zwölf meinte: "Am Anfang war es schwer, sich alles zu merken, aber dann war es ganz leicht."

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