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Böblinger Krankenhaus feiert 50. Geburtstag

Zum Jubiläum findet am Samstag ein "Tag der offenen Tür" statt

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    So sah's mal aus: Luftbild vom Kreiskrankenhaus Böblingen aus den 1980er Jahren Foto: Archiv

"Es ist höchste Zeit, dass Sie, meine Herren, den industriestarken, dennoch nicht reichen Kreis Böblingen mit seinen 187 000 Einwohnern näher kennenlernen!", begrüßt Landrat Karl Heß am 7. Juli 1967 bei der Einweihungsfeier des Böblinger Kreiskrankenhauses die Ehrengäste.

Artikel vom 14. November 2017 - 16:06

BÖBLINGEN (dih/red). Fast zehn Jahre lang wurde das neue Krankenhaus geplant, um dessen Finanzierung gerungen. Nun, nach rund fünfjähriger Bauzeit, durfte es auf der Böblinger Waldburg in Betrieb gehen. 46,5 Millionen Mark kostete der Bau - es war der bis dahin kostspieligste in der Geschichte des Landkreises. Eines, das damals allerdings unbedingt realisiert werden musste, um dem Fortschritt Rechnung zu tragen. Die alte Klinik, die 1897 als Bezirkskrankenhaus auf dem Böblinger Maienplatz mit 25 Betten eingeweiht worden war, reichte trotz einiger Umbau- und Vergrößerungsmaßnahmen längst nicht mehr aus, um den Anforderungen eines in allen Bereichen boomenden Landkreises gerecht zu werden. 1962 war es zwar auf inzwischen 210 belegte Betten angewachsen, die Patienten wurden damals von insgesamt gerade einmal zehn Ärzten betreut. Doch immer mehr Arbeitsplätze entstanden, der Landkreis gewann an Zugkraft. Auch der medizinische Fortschritt entwickelte sich rasant - und schließlich legte das Deutsche Krankenhausinstitut dem Landkreis nahe, einen Klinik-Neubau mit den Abteilungen Chirurgie, Innere und Gynäkologie samt Kinderklinik zu planen. Empfohlen wurde ein Haus mit 500 bis 600 Betten - nun wurde dieser Empfehlung Rechnung getragen.

Böblingens damaliger Oberbürgermeister Wolfgang Brumme betonte bei der Einweihung des 500-Betten-Hauses, dass die Stadt "gerne den bestmöglichen Bauplatz zur Verfügung gestellt hat". Die Waldburg sei in der Stille des Stadtwaldes und doch verkehrsgünstig und nahe dem Stadtzentrum gelegen. Ebenso bereitwillig habe die Stadt deshalb das Baugelände erschlossen und dafür die Kosten übernommen.

30 Jahre lang funktionierte der Betrieb im Kreiskrankenhaus. Dann gab es erste Überlegungen, die Gebäude zu sanieren. Nicht nur die Häuser waren in die Jahre gekommen, auch der medizinische Fortschritt verlangte nach neuen Konzepten. Kürzere Wege mussten geschaffen, die Kinderklinik modernisiert werden. Weitere Baumaßnahmen folgten. Trotzdem wuchs der finanzielle Leidensdruck - der Landkreis als Träger verzeichnete ein wachsendes Defizit. Um dieses abzumildern, entstand 2006 der Klinikverbund Südwest. Doch auch damit war die Zukunft des Kreiskrankenhauses nicht gesichert - Gutachten zeigten unter anderem auf, dass ein Weiterbetrieb der beiden bestehenden Standorte in Böblingen und Sindelfingen in der jetzigen Form in den kommenden 50 Jahren ein Defizit von knapp einer halben Milliarde Euro verursachen würde. Als Alternative wurde die Idee geboren, beide Kliniken aufzugeben und durch ein neues Großklinikum zu ersetzen, das zurzeit auf dem Flugfeld geplant wird und 2024 in Betrieb gehen soll.

Vorträge, Einblicke und Infos

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums öffnen die Kliniken Böblingen am Samstag, 18. November, zwischen 14 und 18 Uhr ihre Türen für die Bevölkerung für einen Blick hinter die Kulissen.

Um 14 Uhr eröffnet Landrat Roland Bernhard, zusammen mit dem ärztlichen Direktor Prof. Dr. Hans-Georg Leser den Tag der offenen Tür und läutet das informative Tagesprogramm ein. Neben aktuellen medizinischen Vorträgen bieten die Mediziner einen Streifzug durch die Geschichte: 50 Jahre Orthopädie und Unfallchirurgie, die Entwicklung der Schlüssellochchirurgie und die Kinderklinik im Wandel der Zeit werden thematisiert. Parallel werden Führungen durch die Radiologie (CT), die Endoskopie, die Ambulanz der Kinderklinik sowie durch den Kreißsaal angeboten. Neben Reanimationstrainings zur korrekten Herzdruckmassage gibt es einen kostenlosen Check-Up der Vitalparameter sowie Infostände zu Diabetes und dem Förderverein des Klinikums. Das Darmkrebszentrum präsentiert einen Laparoskopieturm und laparoskopische Instrumente und die Fachabteilung Hygiene die wichtigsten Maßnahmen im Krankenhaus. Für die kleinen Besucher wird das Programm mit Kinderschminken, Basteln und der Puppen- und Bärchenambulanz zum Verarzten der liebsten Kuscheltiere abgerundet. Auch der Blick in die Zukunft gehört zum Programm: Am Infostand "Flugfeldklinikum" gibt's Infos zum aktuellen Planungsstand des neuen Klinikums.

  Parken während der Veranstaltung ist kostenfrei, Programm gibt's unter http://www.klinikverbund-suedwest.de im Internet.
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