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Humor: Kältefrei am Böblinger Albert-Einstein-Gymnasium

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Artikel vom 11. November 2017 - 12:30

BÖBLINGEN (red). Hirnen bis der Kopf raucht? Wer den G-8-Wahnsinn in diesem Land betrachtet, muss zu dem Ergebnis kommen, dass die Aggregate unserer Gymnasiasten schon längst durchgeraucht sind. Es sei denn, die von der Schnellverfügbarkeit für unser Wirtschaftssystem bedrohten Pennäler haben einen solch fürsorglichen Schulhausbesitzer wie die Schülerinnen und Schüler des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasium. Dort war es nämlich nach den Herbstferien erst mal kalt wie Hinterteil. Die Ursache? Kurzschluss im Schaltschrank der Heizung während des Öl-Kesselaustausches in den Ferien. Die Folge: Lehrer im Anorak, Schüler im Anorak, Elternvertreter im Anorak (unser Foto) und am vergangenen Dienstag ab elf Uhr kältefrei für alle.
Wäre ja kein Problem und für die Prozessoren in den Schülerköpfen durchaus mal ganz gut, wenn die Heizung in der Penne nicht regelmäßig schlapp machen würde. Soll sie ab jetzt nicht mehr, heißt es bei der Stadt. Denn mit dem Kesselaustausch ist der Wärmemacher nun sozusagen saniert und sollte in Zukunft für wohliges Klima in der Lehranstalt sorgen.
Also zurücklehnen und den Wollpullover auch mal zuhause lassen? Könnte eine schlechte Idee sein. Wegen der Rohre nämlich. 80 Prozent dieser Teile sind so alt wie die Schule: Fast 60 Jahre. Und nach dieser Zeit kann auch das stärkste Rohr jederzeit durchrosten und wieder eine Kältewelle am AEG verursachen. Ja, warum tauscht man dann die Dinger nicht einfach komplett aus?
Einfach? Ist nicht, sagt das Rathaus. Die Dinger ersetzen, würde ein Jahr lang Schule dicht machen bedeuten. Und mal ehrlich, liebe Schüler: In der Baracke lernen? Das will ja keiner. Dann doch lieber immer mal wieder frieren. Könnte man ja dann auch als Erlebnispädagogik-Tage durchgehen lassen mit Handschuhe stricken, Iglu bauen, sich aneinander kuscheln und so weiter.

 

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