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Wie viele nutzen ihr Wahlrecht?

Acht Personen buhlen im Kreis Böblingen um die Erststimme und 21 Parteien um die zweite

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    Schöne Qual: die demokratische Wahl Foto: TB

Artikel vom 22. September 2017 - 16:42

Von Otto Kühnle

KREIS BÖBLINGEN. Über 77 Prozent lag die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2013. Wird diese Zahl am morgigen Sonntag überboten? Dies ist eine der spannenden Fragen, die am Sonntagabend nach 18 Uhr beantwortet werden. Zuvor haben die Wahlbürgerinnen und -bürger die Chance, von 8 bis 18 Uhr ihr Wahllokal aufzusuchen. So sie nicht per Brief bereits gewählt haben oder doch abstinent bleiben wollen.

"Beteiligen Sie sich an der Bundestagswahl und gestalten Sie Ihre Zukunft mit", fordert Landrat Roland Bernhard zum Urnengang auf. Das Wahlrecht sei keine Selbstverständlichkeit, deshalb sollte es einen "umso höheren Stellenwert erfahren". Böblingens OB Wolfgang Lützner verweist auf die relativ hohe Wahlbeteiligung bei den Bundestagswahlen, "dies zeigt, dass die meisten Menschen um deren Bedeutung wissen". Er möchte "ausdrücklich alle wahlberechtigten Personen, die sich bisher nicht oder vielleicht inzwischen nicht mehr aktiv an politischen Wahlen beteiligen, dazu ermuntern, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen". Insbesondere auch die Erstwähler: "Nehmen Sie ihr Grundrecht auf eine allgemeine, unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahl wahr! Unsere Demokratie braucht jede(n) von uns!"

Um die Stimmen bewerben sich im Wahlkreis 260 in den 23 Kommunen acht Direktkandidaten und 21 Parteien. Waldenbuch und Steinenbronn (gehören zum Wahlkreis Nürtingen) und Weissach (wurde erstmals Ludwigsburg zugeschlagen) sind "Opfer" des Bevölkerungswachstums des Landkreises. Marc Biadacz will die Nachfolge von Clemens Binninger als Direktkandidat für die CDU antreten. Jasmina Hostert steht auf der SPD-Landesliste auf Platz 25 - nur bei einem Wahlergebnis über 30 Prozent hätte sie eine Chance auf ein Mandat. Florian Toncar (FDP) sowie Markus Frohnmaier (AfD) sind dank ihrer Listenplätze in Berlin, wenn ihre Parteien über fünf Prozent liegen. Tobias Bacherle hätte auf Platz 18 nur bei einem Superergebnis der Grünen eine Chance - derzeit sind es zehn Parlamentarier aus dem Land in Berlin. Und Richard Pitterle, bisher für die Linke im Parlament, erhielt von Parteichef Bernd Riexinger keine Unterstützung für einen aussichtsreichen Listenplatz. Johanna Jäckh-Vermeulen (MLPD) und Friedhild Miller als Einzelbewerberin komplettieren das Feld bei den Erststimmen.

Volles Programm heißt es dagegen bei den Zweitstimmen. Wobei allenfalls interessant ist, wie sich die Piraten schlagen und ob die NPD angesichts der Konkurrenz AfD weiter an Zuspruch verliert.

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