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Der Rücken ist die Problemzone

IKK classic stellt Arbeitsunfähigkeitsbericht vor: 43,6 Prozent der Handwerker in der Regio waren 2016 keinen Tag krankgeschrieben

Gute Nachrichten für das Handwerk in der Region Böblingen - Reutlingen - Tübingen - Zollernalb: Im vergangenen Jahr waren laut einer Erhebung der IKK classic 43,6 Prozent der im Handwerk Beschäftigten keinen einzigen Tag krankgeschrieben.

Artikel vom 13. Juni 2017 - 13:06

KREIS BÖBLINGEN (red). Die IKK classic ist laut Pressemitteilung die größte deutsche Handwerkerkrankenkasse und stellte nun den Arbeitsunfähigkeitsbericht für die Region im Jahr 2016 zusammen. In dem Papier wurden Krankheitsdaten der Versicherten in den Kreisen Böblingen, Reutlingen, Tübingen und dem Zollernalbkreis ausgewertet.

Der Vergleich mit den landesweiten Zahlen fällt laut IKK classic für die Region positiv aus: Bezogen auf alle Handwerkerkunden der IKK classic im Land lag die Gesundheitsquote 2016 bei 43,2 Prozent.

Dass der Krankenstand im hiesigen Handwerk mit 4,8 Prozent dennoch gleichauf mit dem landesweiten Krankenstand im Handwerk war, lag an der durchschnittlichen Dauer der einzelnen Krankheitsfälle, heißt es: Mit 13,5 Tagen waren die hiesigen Handwerker im Durchschnitt fast einen halben Tag länger krankgeschrieben als im landesweiten Durchschnitt von 13,1 Tagen.

Der Anteil der Langzeiterkrankungen über sechs Wochen am Krankheitsgeschehen lag in der Region knapp unter dem Durchschnitt: "49,4 Prozent aller Krankheitstage in der Region wurde 2016 von Arbeitsunfähigkeiten verursacht, die länger als 42 Tage andauerten", erläutert Raach. "Landesweit beträgt dieser Wert 49,9 Prozent."

Dass in Baden-Württemberg viele Handwerker mit Langzeiterkrankungen zu kämpfen haben, liege auch an der älter werdenden Gesellschaft. Jüngere Mitarbeiter, heißt es, seien zwar häufiger, aber meistens nur kurz arbeitsunfähig. Ältere Mitarbeiter seien seltener krank, dann aber häufig für einen längeren Zeitraum, weil die Erkrankungen schwerwiegender und oftmals chronisch sind.

Die Älteren werden seltener aber dafür länger krank

Wie in der gesamten Gesellschaft steigt auch das Durchschnittsalter bei den im heimischen Handwerk beschäftigten Arbeitnehmern kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr war der bei der IKK classic versicherte durchschnittliche Handwerker in Baden-Württemberg 42 Jahre alt, 2015 war er noch einige Monate (41,7 Jahre) und 2013 sogar über ein ganzes Jahr (40,9 Jahre) jünger. In der Region Böblingen-Reutlingen lag das Durchschnittsalter 2016 bei 41,7 Jahren.

Den mit Abstand größten Anteil an allen krankheitsbedingten Ausfallzeiten im regionalen Handwerk im Jahr 2016 haben mit 31,1 Prozent Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems (Land: 31,6 Prozent). Seit Jahren führen entsprechende Erkrankungen quer durch alle Branchen die Fehlzeitenstatistiken an. Ihr Anteil ist im Handwerk aber höher als der regionale Durchschnittswert über alle Beschäftigten, der im vergangenen Jahr bei der IKK classic bei 27,1 Prozent lag.

Handwerker haben tendenziell stärker mit Rückenproblemen zu kämpfen. Eine Ursache sind die körperlichen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind - trotz moderner Hilfsmittel: schwere Gegenstände müssen bewegt werden, oftmals verlangen Arbeitsabläufe rückenunfreundliche Zwangshaltungen oder Routinetätigkeiten fördern einseitige Körperbelastungen. "Das bietet aber einen guten Ansatz für betriebliches Gesundheitsmanagement, mit dem personelle Ressourcen geschützt und Fehlzeiten im Betrieb nachhaltig gesenkt werden können", heißt es abschließend.

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