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An der Sprache muss noch gearbeitet werden

Ein Jahr Projekt zur Integration von Geflüchteten in die duale Ausbildung: Die IHK sieht steigende Vermittlungschancen

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    Ein Job in der dualen Ausbildung ist das Ziel: Rund 50 Geflüchtete aus dem Kreis nehmen am Projekt der Industrie- und Handelskammer (IHK) teil Foto: Archiv

Artikel vom 04. Mai 2017 - 18:24

KREIS BÖBLINGEN (red). Vor einem Jahr ging das Projekt zur Integration von Flüchtlingen in die duale Ausbildung der IHK-Bezirkskammer Böblingen an den Start. Nun ziehen die Verantwortlichen Bilanz.

Mit einer durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium geförderten Projektstelle geht die Böblinger Kammer seit zwölf Monaten gezielt auf Flüchtlinge im Landkreis zu, um sie für einen beruflichen Einstieg über ein Praktikum oder eine Ausbildung zu gewinnen. Das erste Projektjahr stand dabei ganz im Zeichen der Informationsvermittlung über die vielfältigen Möglichkeiten einer dualen Ausbildung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die in den Herkunftsländern meist unbekannte Ausbildungsform wurde den Geflüchteten in Vorträgen, bei Messebesuchen und insgesamt 14 Informationsveranstaltungen näher gebracht. Die weit über 400 Teilnehmer zeigten sich dabei sehr interessiert, es wurde aber auch deutlich, dass in vielen Fällen die sprachlichen Barrieren für eine Ausbildung noch zu hoch sind, heißt es. So sei es im ersten Jahr weiter wichtig gewesen, über Kompetenztests potenzielle Auszubildende oder Praktikanten für Unternehmen im Landkreis zu finden.

Die IHK Böblingen konnte so mit rund 50 Geflüchteten einen ersten Teilnehmerkreis aufbauen, der in Abhängigkeit des jeweiligen Sprachniveaus bereits in erste Praktika, Einstiegsqualifizierungen und sogar in Ausbildungsstellen vermittelt werden konnte. Im Jahr 2017 sollen diese ersten Erfolge weiter ausgebaut werden, schreiben die Verantwortlichen.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir in der Integration von Flüchtlingen in diesem Jahr weiter vorankommen", so Andreas Hadler, Präsident der IHK Böblingen. "Das Sprachniveau verbessert sich bei den Teilnehmern zunehmend und damit natürlich auch die Vermittlungsmöglichkeiten. Ziel unseres Projektes ist es ja, den angespannten Aus-bildungsmarkt zu entlasten, um dem Fachkräftemangel im Kreis zu begegnen", so Hadler weiter.

Vor diesem Hintergrund soll das Projekt nun auch breiter angelegt werden und um eine größere Bandbreite an Branchen erweitert werden. Ziel ist es, den individuellen Berufswünschen und Qualifikationen der Teilnehmer entgegenzukommen. Neben dieser Neuerung startet die IHK in das zweite Projektjahr auch mit einer personellen Veränderung. Tanja Laabs verstärkt ab März das Team der IHK-Bezirkskammer Böblingen und übernimmt die Projektstelle von Katharina Koser, die in Elternzeit geht. Mit Tanja Laabs konnte die Bezirkskammer eine erfahrene Sozioökonomin und Projektmanagerin gewinnen, die bei der IHK Region Stuttgart bereits seit vielen Jahren Projektverantwortung inne hat.

Unternehmen, die einem Geflüchteten die Chance zur Integration über eine duale Ausbildung, ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung geben möchten, erreichen Tanja Laabs bei der IHK unter der Telefonnummer (0 70 31) 6201-8227.

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