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Bienenhaltung: Selbstbestimmtes Leben in der Kiste

Ein Demeter-Imker informierte auf Einladung der Initiative Essbare Stadt über alternative Bienenhaltung in der Stadt

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Wie halte ich Bienen artgerecht in der Stadt? Tobias Miltenberger von der Demeter Imkerei Summtgart informierte über zwei Dutzend Interessierte über das Konzept der Bienenkiste.

Artikel vom 15. Juni 2016 - 18:00

BÖBLINGEN (red). Miltenberger ist Agraringenieur und arbeitete in Südamerika und in einer süddeutschen Lehr- und Versuchsimkerei mit Bienen. Zusammen mit Imkermeister David Gerstmeier gründete er die Demeter-Imkerei Summtgart. Für Miltenberger ist artgerechte Bienenhaltung nur möglich mit einer bescheidenen Honigentnahme (rund 30 Prozent) und einer intakten Umgebung: "Unsere Stuttgarter Bienenvölker stehen größtenteils auf biodynamischen und städtischen Flächen, die nicht von Monokulturen und Giften geprägt sind. Unsere Bienenkiste ist ein Konzept, um mit verhältnismäßig wenig Aufwand selbst Bienen halten zu können", erklärte er.

Im Unterschied zur konventionellen Imkerei werden hierbei Bienenköniginnen nicht künstlich befruchtet, auch werden die Flügel nicht beschnitten, um sie am Ausfliegen zu hindern. Durch den Bienenschwarm wird ein neues Volk geboren. Die Bienenkiste ermöglicht den Bienen, ihr Leben weitgehend selbst, ihren Veranlagungen entsprechend zu gestalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Wir handeln verantwortlich gegenüber der Umwelt. Den Verlust der Qualität von Lebensmitteln, die Ausbeutung von Natur und Menschen möchten wir nicht mittragen", so Miltenberger. Natürlich könne

Ohne Bienen keine Nahrung

ein derartig erzeugter Honig preislich nicht mit Massenware konkurrieren, er kostet ein Mehrfaches des Angebots im Supermarkt. Miltenberger: "Lieber verschenken wir unseren Honig an Freunde, als dass wir ihn unter Wert verkaufen."

Bienenvölker sind vor allem durch den Parasit Varroamilbe gefährdet. Der Verlust der Artenvielfalt und die Monokulturen mit Pflanzengiften und Pestiziden mache den Bienen zusätzlich zu schaffen, betonte Miltenberger. Die zentrale Bedeutung der Honigbienen sei vielen Menschen nicht bewusst. Viele Wild- und Kulturpflanzen könnten ohne Biene keine Früchte tragen und keine Samen bilden. Die Biene sei Nahrungsgrundlage für Tiere und Menschen. "Vieles, von dem was wir essen, gäbe es nicht ohne Bienen. Fehlende Bestäubung kann auch durch noch so viel Düngemittel nicht ersetzt werden."

Wer im eigenen Garten gerne selbst Bienen halten möchte, findet weitere Infos im Internet unter der Adresse http://www.summtgart.de.

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