Was zählt der Wille der Böblinger Bürger?

Leserbrief vom 03. Januar 2018 - 18:06

Zur Entwicklung um den Penny-Markt.

Was zählt der Wille beziehungsweise die Meinung der Böblinger Bewohner am Ende wirklich? Als 2014 die Verwaltung beziehungsweise OB Lützner beim Gemeinderat mit die "Nahversorgung im Böblinger Osten muss gesichert werden" für einen Neubau auf den Murkenbachauen warb, stellte sich damals heraus, dass eine schon vorliegende Bauvoranfrage über den Umbau des Bestandsgebäudes vorenthalten wurde. 1500 Unterschriften später schloss sich der Gemeinderat als Bürgervertretung der mehrheitlichen Meinung der Bevölkerung an und lehnte die Neubebauung ab.

Was aus OB Lützners Ankündigung "Wir werden eine gute Lösung finden" geworden ist, sieht man heute. Die Familie Brock als bisheriger Eigentümer hat nach drei Jahren hingeworfen und ihr Grundstück verkauft. Drei Jahre in denen, statt Probleme zu lösen, von Seiten der Verwaltung immer neue Hürden geschaffen wurden. Im Sommer 2014 wurde vollmundig mit folgenden Worten zu Gunsten der Murkenbachauen mit geworben: "Die ohnehin schon schwache Nahversorgungssituation im Böblinger Osten gebietet eine schnelle Reaktion auf diese Bedürfnisse des Marktbetreibers, um das Versorgungsangebot langfristig zu stabilisieren."

Was ist aus diesem Bedürfnis geworden und was zählt also der Wille der Bürger(vertreter) am Ende wirklich? Meldet ein Marktbetreiber Bedürfnisse bei der Verwaltung an, so ist man sofort bereit eine Wiese zu opfern. Zeigen 1500 Bürger und Bürgervertreter, dass ein überarbeiteter Bestandsmarkt mehr als ausreichend ist, gehen drei Jahre ohne zählbaren Erfolg ins Land.

Und wenn man am Ende hört, dass das Ganze am Ende an einem Grünstreifen zwischen Gehweg und Parkplatz scheitert, der durch ein begrüntes Dach und andere neue Grünflächen mehr als ausgeglichen worden wäre, macht das wirklich sprachlos. Wo war dieses Naturbewusstsein vor drei Jahren?

Aufgrund der Historie zu diesem Thema, das von OB Lützner zur Chefsache gemacht wurde, kann man nur hoffen, dass OB Lützner zukünftig nicht mehr auf Einkaufsmöglichkeiten im Böblinger Osten angewiesen sein wird und eine Stadtverwaltung unter neuer Führung die Interessensvertretung zukünftig anders auslegt.

Stefan Burkhard, Böblingen