Standort an der Waldburg ist ideal

Leserbrief vom 18. Dezember 2017 - 13:24

Zu: 50 Jahre Kreiskrankenhaus Böblingen

Als Wahl-Böblinger kommen mir die Tränen, wenn ich Bilder dieser schönen Krankenhausanlage an der Waldburg betrachte, welche ab dem Jahr 2025 aufgegeben werden soll für einen Standort auf dem Flugfeld zwischen Autobahn und Industriegebieten Daimler und Hulb.

Erst in den Jahren nach 2001 hat man den Beschluss weitreichender Krankenhaus-Erweiterungen gefasst, wie zum Beispiel Kinder- und Jugendklinik usw., obwohl es schon die Idee einer neuen Klinik "auf der grünen Wiese" gab.

Heute nimmt der Kreistag eine unrealistische Kostenschätzung von 450 Millionen Euro billigend in Kauf. Bei allen Großprojekten in unserem Land schießt man über Kosten- und Terminziele weit hinaus zu Lasten des Steuerzahlers. (S 21 wird eine Milliarde Euro teurer, Stuttgarter Klinikum wird auch 200 Millionen euro teurer). Und das Flugfeld? Solche Fehleinschätzungen sind vom Steuerzahler zu tragen.

Auch wenn Politiker und "abhängiges" Klinikpersonal neue Erkenntnisse über Heilungsprozesse unter anderem auch aus dem Wald, nicht verstehen wollen oder dürfen, ist der Standort an der Waldburg einfach ideal. Mit etwas mehr geistiger Anstrengung und seriöser Planung ließe sich dieser Standort kostengünstig zu einer modernen, zukunftsorientierten Klinik entwickeln, aber man will ja gar nicht.

Ravensburg ist dafür das beste Beispiel dass so etwas machbar ist. Mit der Erweiterung der Elisabethenklinik wurde gezeigt, dass es möglich ist, einen vorhandenen Standort durch Erweitern und Renovieren zu erhalten. Die vorhandenen Ressourcen wurden nicht vernichtet, sondern sinnvoll genutzt (möglicherweise lag dies daran, dass unser derzeitiger Sozialminister Lucha damals dem Kreistag von Ravensburg angehörte).

Die Fläche an der Waldburg ist mit rund neun neun Hektar wesentlich größer als das Flugfeld mit fünf Hektar und die Personalwohnheime gibt es bereits.

Oder könnte es sein, dass man an die Amerikaner die Anlage verschenkt, da diese beim damaligen Bau mit schwerem Gerät tatkräftig unterstützten und sich diese Leistung jetzt wieder zurückholen wollen?

Von den Kandidaten der kommenden OB -Wahl für Böblingen erwarte ich zu diesem Thema im OB-Wahlkampf eine klare Aussage.

Albrecht Schlenker, Dagersheim