Rückschritt in die 70er Jahre

Leserbrief vom 18. Dezember 2017 - 13:18

Zu: Untertunnelung des Elbenplatzes

In der Kreiszeitung wird Herr OB Lützners Plan einer Untertunnelung des Elbenplatzes zwar nicht als Luftnummer, sondern als Luftballon und abseitige Idee bezeichnet. Die Bonbons bringen als warnendes Menetekel das Bild "eines im Schlamm abgesoffenen Tresors". Andere Städte machen ihre Zentren autofrei, hier würde ein Elbenplatztunnel noch mehr Verkehr durchs Stadtzentrum leiten.

Ziel früherer Stadtplaner war doch, mit neuer 6- und 8-spuriger A81 und zusätzlicher vierspuriger Nordumfahrung Böblingens parallel zur Autobahn, die Innenstadt zu entlasten. Der konzeptlose Vorschlag hieße, mehrere Jahre Großbaustelle mit Sperrung des Elbenplatzes und Umleitung der Busverkehre, um Platz für die Untertunnelung zu schaffen.

Wo würde OB Lützner die 16 Millionen Euro Kosten einsparen: bei maroden Schulen, Schwimmbädern, Vereinen, Familienermäßigungen, beim Personal des Winterdienstes oder gar bei der Friedhofspflege? Städteplanerisch wäre diese Großbaustelle ein Rückschritt in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts, Symbol einer planlosen Verkehrs-Politik des "Weiter so". Nachhaltig oder menschengerecht wäre das nicht. Denn mehr Verkehr unterm Elbenplatz hieße auch mehr Lärm, Abgase, Staus in List-, Tübinger, Herrenberger Straße, heißt in der Stadt selbst.

Für die Sicherheit der Radfahrer stellt OB Lützner seit Jahren kein Planungspersonal zur Verfügung, nicht mal um Baumwurzeln oder Teeraufbrüche zu egalisieren. Aber für ein derartiges Mammutprojekt mit Riesenaufwand für die Verlegung zentraler Versorgungs- und Entsorgungssysteme samt unterirdischem Murkenbach ist Personal kein Problem.

Bei OB Kandidat Dr. Belz sieht Zukunftsfähigkeit offensichtlich anders aus: Wichtig ist für ihn, Lärm, Abgase, Staus zu verringern, ÖPNV und Radverkehr attraktiver zu machen, und damit besonders auf Kurzstrecken, Alternativen zu Autofahrten anzubieten.

Hubert Bohner, Böblingen