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Zum Thema Erdhebungen in Böblingen

Auf Vorschlag unseres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) wollen alle Bundesländer die bisherige Handhabung der Entschädigung von Unwetteropfern einheitlich neu regeln. Bisher wurden Unwettergeschädigte jeweils von ihrem Land entschädigt. Eine private Pflichtversicherung gegen Unwetterschäden sei aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht zulässig. Künftig sollen, so die Initiative des Herrn Kretschmann, "nur noch jene Opfer von Naturkatastrophen finanzielle Hilfen vom Staat erhalten, die sich ohne Erfolg um eine Elementarschaden-Versicherung bemüht haben oder denen eine solche Versicherung nur zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten worden ist". Klingt an sich ganz vernünftig. Doch fragt sich der geneigte Leser, weshalb bekommen eigentlich Opfer von Elementarschäden überhaupt Hilfe vom Staat? Denn schon bisher konnte man sich doch gegen solche Schäden freiwillig versichern.

Die Möglichkeit, sich gegen Schäden durch Erdwärmesonden-Bohrungen (EWS-Bohrungen) von Nachbarn zu versichern, gab und gibt es nämlich nicht. In Böblingen sind hunderte Mitbürger mit Schäden im zweistelligen Millionenbereich seit vielen Jahren vom Staat alleingelassen. Und das, obwohl diese Schäden verursacht wurden unter kräftiger Mitbeteiligung des Landes: Die noch nicht ausgereifte Technik der Energiegewinnung durch EWS-Bohrungen wurde vom Land nicht nur beworben, sondern auch finanziell gefördert. Die Bohrungen wurden, trotz der Kenntnis des höchst problematischen Untergrunds (Anhydrit), durch die Genehmigungsbehörden des Landes weder mit strengen Auflagen versehen, noch durch Vor-Ort-Kontrollen überwacht.

Die geschädigten Bürger werden vom Staat nicht nur nicht entschädigt, obwohl sie gegen diese Beschädigung ihres Eigentums ebenso machtlos und schutzlos waren wie die Unwettergeschädigten. Vielmehr verweist das Umweltministerium die EWS-Bohrungsgeschädigten auf den Privatklageweg gegen die insolvente Bohrfirma bzw. deren Insolvenzverwalter und gegen deren Versicherungen, sowie, ganz besonders unzumutbar, auf den Klageweg gegen die Bohrherren, also ihre Nachbarn, die im Vertrauen auf die vom Staat beworbene und finanziell geförderte "Grüne Energiegewinnung" der ganz offensichtlich unfähigen Bohrfirma den Auftrag für die EWS-Bohrungen erteilt hatten.

In Böblingen wird zur Zeit die Klage eines Geschädigten gegen seinen Nachbarn als Schadensverursacher durch zwei EWS-Bohrungen vorbereitet. Was denken sich die zuständigen Herren Umweltminister und Ministerpräsident eigentlich? Haben diese Herren denn keine Angst um den öffentlichen Frieden in unserer Stadt?

Fritz Ott, Böblingen

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Staat lässt Geschädigte allein

Artikel vom 19. Juni 2017 - 15:00

Zum Thema Erdhebungen in Böblingen

Auf Vorschlag unseres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) wollen alle Bundesländer die bisherige Handhabung der Entschädigung von Unwetteropfern einheitlich neu regeln. Bisher wurden Unwettergeschädigte jeweils von ihrem Land entschädigt. Eine private Pflichtversicherung gegen Unwetterschäden sei aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht zulässig. Künftig sollen, so die Initiative des Herrn Kretschmann, "nur noch jene Opfer von Naturkatastrophen finanzielle Hilfen vom Staat erhalten, die sich ohne Erfolg um eine Elementarschaden-Versicherung bemüht haben oder denen eine solche Versicherung nur zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten worden ist". Klingt an sich ganz vernünftig. Doch fragt sich der geneigte Leser, weshalb bekommen eigentlich Opfer von Elementarschäden überhaupt Hilfe vom Staat? Denn schon bisher konnte man sich doch gegen solche Schäden freiwillig versichern.

Die Möglichkeit, sich gegen Schäden durch Erdwärmesonden-Bohrungen (EWS-Bohrungen) von Nachbarn zu versichern, gab und gibt es nämlich nicht. In Böblingen sind hunderte Mitbürger mit Schäden im zweistelligen Millionenbereich seit vielen Jahren vom Staat alleingelassen. Und das, obwohl diese Schäden verursacht wurden unter kräftiger Mitbeteiligung des Landes: Die noch nicht ausgereifte Technik der Energiegewinnung durch EWS-Bohrungen wurde vom Land nicht nur beworben, sondern auch finanziell gefördert. Die Bohrungen wurden, trotz der Kenntnis des höchst problematischen Untergrunds (Anhydrit), durch die Genehmigungsbehörden des Landes weder mit strengen Auflagen versehen, noch durch Vor-Ort-Kontrollen überwacht.

Die geschädigten Bürger werden vom Staat nicht nur nicht entschädigt, obwohl sie gegen diese Beschädigung ihres Eigentums ebenso machtlos und schutzlos waren wie die Unwettergeschädigten. Vielmehr verweist das Umweltministerium die EWS-Bohrungsgeschädigten auf den Privatklageweg gegen die insolvente Bohrfirma bzw. deren Insolvenzverwalter und gegen deren Versicherungen, sowie, ganz besonders unzumutbar, auf den Klageweg gegen die Bohrherren, also ihre Nachbarn, die im Vertrauen auf die vom Staat beworbene und finanziell geförderte "Grüne Energiegewinnung" der ganz offensichtlich unfähigen Bohrfirma den Auftrag für die EWS-Bohrungen erteilt hatten.

In Böblingen wird zur Zeit die Klage eines Geschädigten gegen seinen Nachbarn als Schadensverursacher durch zwei EWS-Bohrungen vorbereitet. Was denken sich die zuständigen Herren Umweltminister und Ministerpräsident eigentlich? Haben diese Herren denn keine Angst um den öffentlichen Frieden in unserer Stadt?

Fritz Ott, Böblingen