Schluss machen mit der Ausbeutung von Kindern

Umweltministerium schießt 750 Euro für das Hilfsprojekt der Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch im südindischen Valavanthan zu

Das Umweltministerium in Stuttgart unterstützt ein Schulprojekt der Eine-Welt-Gruppe Waldenbuch in Südindien: Der Vorsitzende der Waldenbucher Gruppe, Burkhard Wolf, kann nun mit wohltätigen 750 Euro im Gepäck die Reise nach Südindien antreten.

Artikel vom 03. Januar 2018 - 08:06

Von Martin Müller

WALDENBUCH/STUTTGART. Die Koffer sind gepackt, am Montag geht es los: Burkhard Wolf, der Vorsitzende der Eine-Welt-Gruppe in Waldenbuch, besteigt dann gemeinsam mit seiner Frau Nelli den Flieger. Von Frankfurt aus geht's direkt nach Chennai in Südindien. Und von dort aus sind es nur noch rund 70 Kilometer bis zum Bestimmungsort Valavanthan.

Damit ist jener Ort erreicht, in dem die Waldenbucher Eine-Welt-Gruppe seit Jahrzehnten ein Hilfsprojekt für Kinder vom Volksstamm der Irula auf die Beine stellt. Dank des Waldenbucher Projekts erhalten vor Ort 60 Kinder die Möglichkeit, regelmäßig eine Schule zu besuchen und damit der ausbeuterischen Kinderarbeit in den umliegenden Steinbrüchen zu entkommen. Denn normalerweise müssen sie in Steinbrüchen schuften und Steine klopfen - nicht nur ein Kräfte zehrendes, alles andere als kindgerechtes, sondern auch ein krankmachendes, staubiges und illegales Geschäft. Zudem wurde eine Abendschule errichtet, in der den Kindern beim Lernen geholfen und ihre Motivation, in die Schule zu gehen, gestärkt wird.

Anwesenheitslisten in der Schule werden streng kontrolliert

Für die Eltern gibt es kleine finanzielle Anreize, damit sie ihre Kinder regelmäßig in die Schule schicken. Die Anwesenheit in der Schule wird aus diesem Grund streng kontrolliert. "Es werden Anwesenheitslisten geführt", erläutert Burkhard Wolf. Anhand derer wird er überprüfen, ob die Kinder der unterstützten Familien auch tatsächlich zur Schule statt in die Steinbrüche gehen.

Am Mittwoch, 10. Januar, also wollen Nelli und Burkhard Wolf einen vollen Tag lang in Valavanthan verbringen. Im Reisegepäck haben die Waldenbucher dann auch 750 Euro aus einer Tombola, die das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Rahmen seiner vorweihnachtlichen Feier für die Bediensteten zu Gunsten sozialer Zwecke durchgeführt hat. Als ehemaliger Mitarbeiter des Ministeriums hatte Burkhard Wolf die Gelegenheit, sich für die finanzielle Unterstützung des vereinseigenen Schulprojekts in Südindien stark zu machen.

Von einem Teil des Geldes sollen Schulkleidung und Lehrmaterial sowie kleine Geschenke gekauft werden. "Während unseres Besuchs am Mittwoch wollen wir die Kinder damit überraschen", so Burkhard Wolf. "Den Rest des Geldes wollen wir für die Fortführung unseres Projekts einsetzen."

Mit im Gepäck haben Burkhard und Nelli Wolf aber auch die Goldene Taube: Eine von weltweit 30 Skulpturen, die auf Initiative des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog an Gruppen verliehen wird, die sich in besonderem Maß für die Menschenrechte engagieren. Im vergangenen Jahr hatte die Waldenbucher Eine-Welt-Gruppe diese Taube als Anerkennung für ihr 40 Jahre währendes Engagement als eine Leihgabe auf Zeit überreicht bekommen.

Nach dem Besuch in Valavanthan werden Burkhard und Nelli Wolf noch weiter durch Südindien reisen, ehe es am 30. Januar zurück in Waldenbucher Gefilde geht.

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