Hilfe für krebskranke Kinder der Ukraine

Ehemaliger Zeitungsredakteur aus Waldenbuch startete Projekt vor 28 Jahren - nach Tschernobyl

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    Im Spielzimmer der Hämatologie in Poltawa (Ukraine): In der Bildmitte hinten der Waldenbucher Spendensammler Johannes Kaps Foto: red

Artikel vom 22. Dezember 2017 - 15:24

Von Manfred Frank

WALDENBUCH. Es ist ein Sozialprojekt der etwas anderen Art. Es geht um Leben oder Tod kleiner Kinder. Der Waldenbucher Johannes Kaps war vor 28 Jahren der Initiator. Ein Hilfsprojekt für eine Leukämie-Station in der Kinderklinik in Poltawa (Ukraine). Demnächst will sich der engagierte Walden-bucher persönlich wieder um die Medikamenten-Versorgung vor Ort kümmern.

Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 leiden noch heute viele Kinder in der Region an Blutkrebs. Der frühere Zeitungs-Redakteur Johannes Kaps aus Waldenbuch hatte damals als Initiator eine Hilfsaktion gestartet. Seit vielen Jahren ist er nun schon Vorsitzender und ehrenamtlicher Projektleiter von "Gemeinsam helfen". Seit neuestem beteiligt sich eine junge Frau aus Steinenbronn, die in der Ukraine aufgewachsen ist, als versierte Übersetzerin.

Die an Leukämie, Anämie und Krebs erkrankten Buben und Mädchen der Hämatologie/Onkologie der Städtischen Kinderklinik in der ukrainischen Filder-Partnerstadt Poltawa werden seit rund 28 Jahren von der gemeinnützigen Aktion "Gemeinsam helfen auf den Fildern" mit Medikamenten und medizinischen Geräten unterstützt. Nach Meinung der Leitenden Ärztin der Leukämie- und Krebs-Abteilung, Dr. Swetlana Schewschenko, wurden durch diese humanitäre Hilfe mindestens 600 Kinder gesund, die ohne wirksame Arzneien und medizinische Geräte kaum Chancen auf Heilung gehabt hätten.

Die Klinik-Chefin, Dr. Larissa Savtschenko, bittet den ehrenamtlichen Projektleiter Johannes Kaps, weiterhin mit Medikamenten und medizinischen Geräten zu helfen. Denn vom ukrainischen Staat und der Stadt Poltawa gibt es derzeit kaum wirksame Arzneimittel. Durch den Währungsverfall der ukrainischen Landeswährung Grifna haben die meisten Eltern noch weniger Geld, um teure Medikamente für ihre schwer kranken Mädchen und Buben kaufen zu können. Eine Krankenkasse wie in Deutschland gibt es dort nicht.

Johannes Kaps hat außerdem dort vor Ort, als feste Institution, eine Suppenküche aufgebaut. "Diese Sache hat sich prima entwickelt", sagt der Waldenbucher. Eine zehnköpfige Helfergruppe mit einem Bauwagen und einem Gasofen gehört mittlerweile dazu.

Die nächste Medikamenten-Lieferung erfolgt nach Absprache mit den behandelnden Ärztinnen in der Weihnachtszeit direkt in die Leukämie-Krebs-Station.

► Kommentar von Martin Müller

  Das Spendenkonto: Kinderhilfe Poltawa, DE16 600 501 01 000 23 23 888. Alle Spenden sind steuerlich absetzbar. Steuer-Nummer beim Finanzamt Stuttgart-Körperschaften: 99018/58413. Wenn eine Kontaktaufnahme gewünscht wird: www. kinderhilfe-poltawa.de oder direkt bei Johannes Kaps, Tel. (0 71 57) 44 00.
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