Partnerverein für Schönaich und Mirabella gegründet

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    Ein Prosit auf Schönaich und Mirabella Inbaccari: Um das Miteinander beider Gemeinden zu vertiefen, wurde nun ein Verein gegründet Foto: Schwarz

Die Tinte unter dem Gründungspapier war noch nicht getrocknet, da liefen bereits die modernen Kommunikationskanäle zwischen Schönaich und dem italienischen Mirabella heiß: Am Mittwoch ist der Verein für partnerschaftliche Förderung (PaFö) gegründet worden.

Artikel vom 11. Februar 2018 - 09:00

Von Markus Schwarz

SCHÖNAICH. Unter den Augen des Schönaicher Bürgermeisters sowie zahlreichen Privatpersonen und Unternehmern gründete sich der Unterstützerverein, der Schönaich und Mirabella enger aneinanderbinden möchte.

Die Überlegungen, beide Orte enger zu verzahnen, sind schon Jahrzehnte alt, mit einem eingetragenen Verein in Deutschland sowie viel italienischem Einfluss soll nun auch die Idee mit Leben gefüllt werden.

Die Erwartungshaltung an die konstituierende Sitzung war zu spüren. Bestens vorbereitet gingen die Planer um den Schönaicher Unternehmer Michael Thomas in die Versammlung. Die Satzung war mehrmals geändert, vom Finanzamt geprüft und schließlich von den anwesenden knapp 20 PaFö-Gründungsmitgliedern akzeptiert worden. Darunter auch ein richtiger "Mirabellesi". Geboren und aufgewachsen in der kleinen italienischen Gemeinde, machte sich Gaetano Venezia früh auf den Weg ins kalte Deutschland. Dort ist er seit langem angekommen, politisch aktiv, unternehmerisch sehr erfolgreich und immer noch heimatverbunden. "In Deutschland sind wir die Italiener und in Italien gelten wir als Deutsche, diese zerrissene Identität braucht eine Brücke", so Venezia in seiner emotionalen Aussage. Klare Worte fand auch Werbefachmann Klaus Weckert. Bei seiner ersten Reise unter der Regie des damaligen Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelsvereins (GHS) Michael Thomas spürte er die enorme Bindung zwischen den Menschen beider Orte. "Es herrscht eine extreme Aufbruchstimmung in Mirabella. Das müssen wir verdammt nochmal unterstützen!"

Städtepartnerschaft angestrebt

Diese Hoffnung der Bewohner Mirabellas in eine effektive Verbindung gründet sich unter anderem in der Altersstruktur der dort lebenden Menschen. "Im Ort leben extrem wenig junge Menschen, diese sind aber umso aktiver", berichtet Klaus Weckert von seinen Erlebnissen während der Genussreise im vergangenen Jahr. Auch der neue Bürgermeister, Giovanni Ferro zeigte sich beim damaligen Besuch der Delegation aus Schönaich sehr offen: "Der Ort darf nicht vergessen werden." Mit seinen Amtskollegen aus dem italienischen Gremium und seinen deutschen Kollegen an den Ratstischen im Schönaicher Rathaus arbeiten die Verantwortlichen derzeit an der Bildung einer offiziellen Städtepartnerschaft. Neu-Bürgermeister Dr. Daniel Schamburek beflügelt diese Überlegungen. "Wir unterstützen dieses Projekt wo es nur geht, auch wenn es derzeit finanziell nicht möglich ist." Vielmehr hat der Rathauschef die Unterstützung mit Fachwissen und Personal im Auge. "Wir werden auch schauen, wo es im Erasmus-Programm der EU Mittel gibt."

Für Gemeinderat Michael Drasseck steht die Kooperation auf schulischer Ebene im Aufgabenblock. "Wir hatten eine Zusammenarbeit der Schulen Mitte der 90er Jahre schon einmal angedacht." Zudem schwebten ihm Austauschprogramme von Schülern und Studenten vor.

Es wartet viel Arbeit auf den neu gewählten Vorstand um Michael Thomas und Nicola Liparoti. Mit der Unterstützung aus "bella Italia" und mancher Stärkung aus den Spezialitätentöpfen der sizilianischen Küche kann auch das gelingen.

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