Mit dem Maler unterwegs

Herbstausfahrt des Förderkreises Kunst Schönaich nach Biberach

Artikel vom 12. Oktober 2017 - 15:42

SCHÖNAICH (red). Über die landschaftlich reizvolle Schwäbische Alb an Urach vorbei ging es zur ehemaligen Freien Reichsstadt in Oberschwaben. Das Besondere an dieser Kunstfahrt war die Begleitung durch den Stuttgarter Maler Michael Lesehr, der in Biberach aufgewachsen war. Er war glücklich, den Schönaicher Kunstfreunden "seine Stadt" zu zeigen.

Der Rundgang begann in der barockisierten Stadtpfarrkirche St. Martin. Danach führte Lesehr - aufgelockert durch zahlreiche Anekdoten aus seiner Jugendzeit - durch die Stadt mit reicher Vergangenheit, in der sich viele sehenswerte historische Gebäude befinden. Stationen waren das alte und das neue Rathaus, der Marktplatz mit dem Marktbrunnen und dem von Peter Lenk gestalteten "Wieland-Esel" mit Bezug zu Rechtshändeln im Allgemeinen und speziell zu einem Prozess, der einst in Biberach die Gemüter erregt hatte.

Von einem der ältesten Kleinbürgerhäuser Süddeutschlands von ca. 1313 in der Zeughausgasse 4 ging es weiter zum Holzmarkt am Kapellenplatz, zum Ochsenhäuser Hof, in dem sich früher das von Michael Lesehr besuchte Wieland-Gymnasium befand, und letztendlich zum Weberberg und zum samstäglich reich beschickten Marktplatz. Zur Ruhe kamen die Kunstfreunde bei einem eigens für sie bestellten Orgelkonzert in der Stadtkirche.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Museumsbesuche, zunächst des Wieland' schen Gartenhauses und danach des Städtischen Museums mit Werken von Anton Braith und Christian Mali sowie von Jakob Bräckle. Erstaunlicherweise besitzt das Museum auch bedeutende Werke von Ernst Ludwig Kirchner. Dazu kamen noch Besonderheiten wie einige interessante Goldschmiedearbeiten, darunter eine kostbare Arbeit des renommierten, im Barock lebenden Goldschmieds Dinglinger, der die besondere Wertschätzung von August dem Starken genoss und von dem eine Nachfahrin, ein Mitglied des Vereins, zum Teilnehmerkreis gehörte. Voller Stolz machte Michael Lesehr noch auf ein Selbstbildnis seiner Mutter und eine Skulptur seines Vaters ("Judaskuss") aufmerksam.

Die Heimfahrt führte auf einer anderen schönen und interessanten Strecke wieder über die Schwäbische Alb an Zwiefalten und am Lichtenstein vorbei.