Humor: Jakob Bauer rettet Weihnachten - Teil 8

Ein Krimi-Adventskalender

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    Eine neue Gefahr für Geheimagent Jakob Bauer: Die sanierungsbedürftige Kreisstraße nach Ehningen

Artikel vom 08. Dezember 2017

In diesem abenteuerlich-amüsanten Adventskalender erzählt KRZ-Volontär Florian Ladenburger den neuesten Fall des Geheimagenten Jakob Bauer. In seinem ersten Fall in Böblingen ist Bauer gleich einer großen Sache auf der Spur, denkt der übereifrige Agent zumindest. Scharfe Kombinationsgabe und eine gute Spürnase sind bei diesem kniffligen Fall gefragt. Jakob Bauer versucht dennoch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Teil 8: Die zwei auf der Jagd

Mein Name ist Jakob Bauer. Ich bin Geheimagent beim Kriminalistischen Rettungs-Zentrum (kurz KRZ) in Böblingen. Der israelische Auslandsgeheimdienst hat mir eine unmissverständliche Nachricht übermittelt: An Heiligabend soll in der Böblinger Stadtkirche ein Bomben-Attentat stattfinden. Um das zu verhindern brauchen die Israelis meine Hilfe. Ich habe nur noch 17 Tage Zeit. Meine heiße Spur führte mich zuletzt in die Ortschaft Mauren.

Ich wache aus einem traumlosen Schlaf auf, weil mich etwas in die Seite sticht. Ich öffne die Augen und blicke mich um. Ich sitze immer noch auf der Bank und blicke ins Maurener Tal. Ein kleiner Junge steht neben mir. Er piekst mich mit einem kleinen, aber langen Ast immer wieder in die Seite.

Moment mal, hatte ich das nicht gerade schon einmal erlebt? "Bist du tot?", fragt mich der Junge und hört nicht auf mich zu pieksen. "Bist du Herkules?", frage ich ihn. Der Junge stoppt das Pieksen. "Woher weißt du das?", fragt der verwundert zurück. "Ich bin Geheimagent", erwidere ich und zeige auf mein Namensschild. Der Junge macht große Augen: "Wenn ich groß bin, will ich auch mal Geheimagent werden."

Ich bin zwar eigentlich ein Einzelgänger, aber vielleicht könnte mir der kleine Junge als Gehilfe noch ganz nützlich werden. "Herkules", setze ich zu einer pathetischen Gehilfen-Ernennungs-Rede an, unterbreche allerdings, denn der Junge fängt wieder an mich mit seinem Stock zu pieksen. "Wärst du bitte so nett und hörst auf mich mit deinem Stock zu pieksen?" Tatsächlich stoppt der Junge. Er schaut auf den Stock, unschlüssig, was er damit tun soll. Ich hole Luft um ihm einen Vorschlag zu machen, da steckt er sich den Stock in die Nase.

Mir kommen Zweifel, ob Herkules mir wirklich noch mal nützlich werden kann. Aber ich habe schon genug Zeit verloren, ich muss jede Hilfe annehmen, die ich bekommen kann. Also: "Herkules, willst du mein Gehilfe werden und mir bei der Aufklärung eines Verbrechens helfen?" Der kleine bekommt wieder große Augen und kann nur stammeln: "Ich... und... du?" - "Müllers Kuh", vervollständige ich seinen Aufzählreim. Keine Ahnung, warum er damit jetzt kommt. "Hör zu, Herkules. Ich muss einen Bombenanschlag in Böblingen verhindern. Ich habe schon einen Verdächtigen, aber der ist mir entwischt. Seine Spuren haben mich hierher geführt. Jetzt habe ich seine Spur aber verloren. Kannst du mir helfen?" Herkules überlegt kurz, dann sagt er: "Wir müssen nach Ehningen."

Ich hinterfrage seine Aussage nicht, sondern vertraue nur meinem Instrinkt, der sagt: Just do it! Da ich keine Lust habe, wieder eine halbe Stunde nach dem richtigen Auto Ausschau zu halten, nehmen wir das Fahrrad. Das von Herkules. Der Acht Jahre alt ist. Und für sein Alter überraschend klein. Doch die Zeit drängt. So fahre ich wackelnd mit einem kleinen rosa Kinderfahrrad unter mir und einem kleinen rosa Kind auf meinen Schultern die Straße nach Ehningen entlang. Hinter uns bildet sich mit der Zeit eine lange hupende Autoschlange, doch darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, das Verbrechen schläft nie! Außerdem ist die Kreisstraße nach Ehningen in einem schlechten, gar sanierungsbedürftigen, Zustand und es kann gut sein, dass an manchen Stellen hier Glatteis ist. Zu hohe Geschwindkeit wäre also der sichere Tod für uns beide. Unbeirrt zuckeln wird also nach Ehningen, dem Verbrechen wieder auf den Fersen.

Fortsetzung folgt...

 

 

Dies ist schon der dritte Fall für Jakob Bauer.

2013 war er im bayerischen Eichstätt der Trüffel-Mafia auf der Spur. Den Film dazu gibt es hier zu sehen.

2014 jagte er im fränkischen Nürnberg erbarmungslose Entführer. Umgesetzt wurde dieser Fall in einem Hörspiel für den Radiosender afk-max, das 2015 mit dem BLM-Hörfunkpreis ausgezeichnet wurde.

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