Wertvolle Tipps zur Berufswahl

Elterncafé der IHK Böblingen zeigt Wege nach dem Schulabschluss auf

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    IHK-Mitarbeiterin Christiane Schullerus-Sixt erläutert die Chancen einer dualen Ausbildung Foto: red

Wie geht es weiter nach der Schule? Eine Ausbildung machen oder studieren? Wie kann ich mein Kind bei der Berufswahl unterstützen? Zu diesen und vielen anderen Fragen konnten sich interessierte Mütter und Väter beim zweiten Elterncafé der IHK-Bezirkskammer Böblingen informieren und austauschen.

Artikel vom 05. Dezember 2017 - 17:30

BÖBLINGEN (red). Rund 60 Teilnehmer waren laut einer Pressemitteilung der Einladung der IHK Böblingen gefolgt. Der Fachbereich Ausbildung der IHK zeigte im Rahmen der Veranstaltung insbesondere auf, welche Karrieremöglichkeiten sich Jugendlichen mit einer dualen Ausbildung eröffnen. So sei häufig nicht bekannt, dass man aufbauend auf eine Ausbildung mit einer anschließenden Weiterbildung auf Augenhöhe mit akademischen Abschlüssen kommen kann und gleiche Karrierechancen hat.

Abgerundet wurde der Abend durch Erfahrungsberichte von Auszubildenden, die für die IHK als Ausbildungsbotschafter im Einsatz sind und in Schulen des Kreises für die duale Ausbildung werben, sowie den IHK-Seniorbotschaftern. Seniorbotschafter sind ehemalige Auszubildende, die mit einer dualen Ausbildung ihren beruflichen Werdegang gestartet haben und für die IHK aus ihrer eigenen Erfahrung heraus für das duale Bildungssystem werben.

So schilderte die Seniorbotschafterin Lena Schneller, die heute Ausbilderin bei der MBtech Group in Sindelfingen ist, den Eltern ihren eigenen Werdegang. Schneller erlangte nach Abschluss der Realschule über eine Ausbildung und mehrere Weiterbildungen ihre jetzige Position als Ausbilderin und Trainerin. In der IHK zog Schneller für sich selbst das Fazit, dass eine Ausbildung die beste Grundlage für eine erfolgreiche Karriere ist und man darauf aufbauend vieles erreichen kann.

Ausbildung als bessere Alternative

Auf großes Interesse der Zuhörer stießen auch die Berichte der IHK-Ausbildungs-botschafter. Lena Rentschler, heute duale Studentin bei Walter Knoll, berichtete, wie sie sich von einer Ausbildung statt eines Studiums überzeugen ließ und wie glücklich sie mit dieser Entscheidung heute sei. Ähnliches konnte auch Florian Schlake von der Firma RLE International aus Böblingen berichten, der es zuerst mit einem Studium probiert hatte und sich dann für eine praxisorientierte Ausbildung entschieden hat. Die angehende Hotelfachfrau des Hotel Marriott in Sindelfingen, Sandra Krauß, konnte deutlich machen, dass eine Ausbildung bei "Schulmüdigkeit" die bessere Alternative zu einer weiterführenden Schule sei. Schließlich habe man danach etwas Handfestes vorzuweisen, worauf man aufbauen könne.

Zur Frage, wie es Unternehmen bei den Einstellungen mit den Schulnoten halten, konnten sowohl Christiane Schullerus-Sixt, Verantwortliche für den Service "Azubi gesucht?" bei der IHK-Bezirkskammer Böblingen als auch Anke Schneck, Ausbildungsleiterin bei Daimler beruhigen. Bei der Auswahl neuer Azubis hätten alle eine Chance auf Beteiligung am weiteren Auswahlprozess, die den Onlinetest bestehen, so Schneck. Es sei zwar falsch zu sagen, Schulnoten seien nicht von Bedeutung, doch sind sie nicht das alleinige Kriterium, so Schneck. Schullerus-Sixt von der IHK Böblingen bestätigte dies. Unternehmen würden, so die IHK-Mitarbeiterin, auch auf andere Faktoren achten. Wichtig sei der Eindruck, den ein Bewerber hinterlässt und ob er Engagement und Interesse am Unternehmen zeige, ergänzte Schullerus-Sixt.

Für die IHK-Bezirkskammer ist das Elterncafé zu einer wichtigen Ergänzung in ihrem breit angelegten Werben für das duale Ausbildungssystem geworden. Eltern spielten bei der Berufswahl eine gewichtige Rolle und werden von der IHK beim Elterncafé umfassend über die Chancen, die eine duale Ausbildung eröffnet, informiert.

Nach zwei erfolgreichen Jahren plant die IHK 2018 eine Fortsetzung dieses Formats. Für die Mitgliedsbetriebe der Bezirkskammer ist der Fachkräftemangel in den letzten Jahren zu einem der drängenden Probleme angewachsen. Vor diesem Hintergrund versucht die IHK mit vielen Projekten Jugendliche für eine Ausbildung im weltweit angesehenen dualen Ausbildungssystem zu gewinnen.

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