Antrittsbesuch in Sachen Schießlärm

Der neue CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz sichert Bürgerinitative Unterstützung zu

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    Der Lärm, der von den Schießständen der US-Army ausgeht ist ein großes Thema, das auch den neu gewählten CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz beschäftigen wird Foto: Bischof/Archiv

Artikel vom 13. Oktober 2017 - 18:24

Von Dirk Hamann

BÖBLINGEN. Seinen ersten offiziellen Besuch als neuer Bundestagsabgeordneter hatte der Böblinger CDU-Mann Marc Biadacz am Freitag bei einem Schulbesuch in Weil der Stadt. Sein zweiter führte ihn anschließend auf den Rauhen Kapf zu Ulrich Durst, einer der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Schießlärm der US-Army. Um sich vorzustellen, um den Betroffenen zu versichern, dass er sich wie sein Amtsvorgänger Clemens Binninger ebenfalls - nicht nur in Berlin - dafür stark machen wird, dass in Sachen Lärmschutz Maßnahmen so umgesetzt werden, dass die Bürger endlich das erhalten, worauf sie seit inzwischen 23 Jahren pochen: Ruhe.

"Ich bin da ganz bei Ihnen", betonte Biadacz in Dursts Wohnzimmer, dass er Hochachtung vor dem unermüdlichen Engagement der Bürgerinitiative habe - und dieses auch, im Rahmen seiner Möglichkeiten, unterstützen werde. "Ich will nicht noch mal fünf Jahre lang die gleichen Diskussionen führen", sagte er. "Ich bin Pragmatiker, es ist Zeit, sich daran zu machen, dass eine Lösung kommt!"

Eine Lösung, die eigentlich schon längst hätte realisiert sein können, kritisierte Durst. Schließlich hat die US-Army zugesagt, die beiden nicht gedämmten Schießbahnen 4 und 5 - nachdem die Bahnen 1 und 2 eingehaust worden sind - auch mit Lärmschutz zu versehen. Die Maßnahmen, die bisher getroffen worden sind, hätten indes nur dazu geführt, dass Schönaich nun wohl etwas weniger stark belastet sei - auf dem Rauhen Kapf und nun auch auf dem Tannenberg trete der Schießlärm seitdem noch stärker auf als zuvor. Dass Oberbürgermeister Wolfgang Lützner nun im Amtsblatt von einem Treffen der Mitglieder der deutsch-amerikanischen Arbeitsgruppe "Böblinger Schießanlage" berichtete, bei dem in einer Diskussion festgehalten wurde, "dass wirkungsvolle Maßnahmen einen erheblichen finanziellen Aufwand verursachen". Und: "Da die technischen Herausforderungen höchst komplex sind, können zur Evaluation der Wirksamkeit der konzeptionellen Ansätze weitere vertiefende Untersuchungen erforderlich werden", stößt Durst und seinen Mitstreitern sauer auf. Die vom Schießlärm betroffenen Bürger sind von diesen Worten Lützners "tief enttäuscht", erklärte er. "So einen Artikel zu veröffentlichen - wenn er gar nichts geschrieben hätte, wäre es besser gewesen. Dann wäre die Entrüstung nicht so groß. Es ist doch alles bekannt! Wir erfinden seit Jahren alle paar Monate das Rad neu", stellte er klar, dass die betroffenen Bürger keinerlei Verständnis für neue, langwierige Untersuchungen haben, während sie parallel dazu permanent von zum Teil ohrenbetäubenden Schießlärm geplagt werden.

Biadacz zeigte Verständnis für diese Ansicht und betonte: "Vielleicht muss die Stadt da jetzt auch mal die Zügel anziehen." Er wolle sich dafür einsetzen, dass für die zu bauenden Lärmschutzmaßnahmen ganz schnell eine Finanzierungsvereinbarung getroffen wird, mit der alle Seiten - Stadt, Bund und die Amerikaner - leben können. "Die Finanzierungsvereinbarung ist der Schlüssel, um das Problem zu lösen", ist er sich sicher.

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