Das Herz am richtigen Fleck

Das Speditionsunternehmen LGI ist erster Campus-Mensch-Preisträger der Gemeinnützigen Wohnstätten und Werkstätten

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    Andrea Stratmann, Dr. Andreas Bunz und Landrat Roland Bernhard (von links) mit dem erstmals vergebenen Campus-Mensch-Kooperationspreis.Foto: Holger Schmidt

Die Logistics Group International (LGI) ist der erste Campus-Mensch-Preisträger. Am Dienstag erhielt LGI-Geschäftsführer Dr. Andreas Bunz die Auszeichnung aus den Händen von Landrat Roland Bernhard sowie Andrea Stratmann, Geschäftsführerin der Gemeinnützige Wohnstätten und Werkstätten (GWW).

Artikel vom 14. Juni 2017 - 15:00

Von Holger Schmidt

BÖBLINGEN. Die GWW bildet gemeinsam mit der Femos GmbH, der 1a Zugang Beratungsgesellschaft GmbH und der Stiftung Zenit den Unternehmensverbund Campus Mensch. Vision der zusammengeschlossenen sozialen Einrichtungen ist eine Gesellschaft, in der keiner übrig bleibt. Campus Mensch und die verbundenen Unternehmen reduzieren Barrieren, wo immer dies möglich ist, und stellen Menschen mit Handicap und andere ihrer Zielgruppen ins Zentrum ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bemühungen.

Im Falle von LGI bedeutet dies, dass rund 60 von den GWW betreute Menschen für das Logistikunternehmen tätig sind. Und das zum beiderseitigen Vorteil und auf lange Sicht, wie die zehnjährige Anmietung der Halle unterstreicht. "Diese langfristige Bindung bildet die Grundlage zu verlässlichen Konditionen", sagte Landrat Roland Bernhard und attestierte Dr. Andreas Bunz und der LGI "das Herz am richtigen Fleck" zu haben.

Maßgebliche Kriterien für die Vergabe des Kooperationspreises an die LGI seien die Strukturiertheit des Vorgehens, der Innovationsgehalt, Wechselseitigkeit und Nachhaltigkeit gewesen. Dazu gehören auch die gemeinsame Personalentwicklung einschließlich gegenseitiger Qualifizierung und das Bemühen, aus der einen oder anderen Beschäftigung sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu machen. Als "gutes Modell, um der Inklusion mehr Auftrieb zu geben", lobte Andrea Stratmann die entstandene Partnerschaft. Dass dabei sehr wohl auch Nicht-Behinderte von Menschen mit Handicap lernen können, unterstreicht das noch für dieses Jahr von 1a Zugang geplante Sozialkompetenztraining für bis zu 100 LGI-Azubis. Dabei sollen nach Möglichkeit die Behinderten selbst sich und ihre Tätigkeiten vorstellen. Wie weit deren Verantwortung gehen kann, verdeutlicht die selbständige Führung des pakadoo-Stützpunktes, das heißt einer Art zentralen Paketannahme privater Sendungen für die Mitarbeiter im Hause GWW. Ein Vorbild und Muster, dessen Angebot sich GWW und LGI durchaus auch für andere Unternehmen in Zukunft gut vorstellen können.

"Der Preis ist für uns auch Verpflichtung in unserem Bemühen um die Inklusion nicht nachzulassen", bekräftigte Andreas Bunz.

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