Weihnachtsbäume erfüllen viele Wünsche

Bürgermentoren, Bürgerstiftung oder Rathaus organisieren in Aidlingen, Grafenau und Weil der Stadt die Geschenke für Bedürftige

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    Hurtig liebe Weihnachtsmänner und -frauen! Seit Mittwoch hängen die 162 Wunschsterne am Wunschbaum in der Aidlinger Raiffeisenbank. Bürgermeister Ekkehard Fauth (2.v.r.) und Heike Leitner vom Bürgeramt haben die Wunschsterne zusammen mit den Bankvorständen Eberhard Kaysers (rechts) und Marco Bigeschi aufgehängt Fotos: Weigert

Weihnachten ohne Geschenke? Für viele unvorstellbar. Für Einkommensschwache ist das oftmals traurige Realität. Für Ge- schenke fehlt häufig das Geld. Immer öfter sorgen Wunschbäume auch für Freude bei Bedürftigen. Während in Grafenau heuer Premiere gefeiert wird, gibt es in Aidlingen und Weil der Stadt die x-te Neuauflage.

Artikel vom 15. November 2017 - 14:00

Von Matthias Weigert

AIDLINGEN/GRAFENAU/WEIL DER STADT. "Die schönste Schrift im Aidlinger Rathaus hat Heike Leitner", weiß Bürgermeister Ekkehard Fauth "nach einem Casting". Deshalb durfte die Mitarbeiterin im Bürgeramt nicht nur die 162 Wunschsterne beschreiben. Am Mittwochmittag hängte sie auch die roten Papiersterne gemeinsam mit dem Schultes und den Bankvorständen Marco Bigeschi und Eberhard Keysers an den Wunschbaum in der Schalterhalle der Raiffeisenbank, damit die Papiersterne in wenigen Tagen von wohltätigen Spendern ausgewählt, abgehängt und erfüllt werden. "Das dauert nur wenige Tage, bis die Wunschsterne weg sind", freut sich Kaysers über so viele gutmeinenden Weihnachtsmänner und -frauen im Heckengäu. Zuständig für die ordnungsgemäße Durchführung ist Ursula Kubin, die als Leiterin des Familienbüros im Rathaus mit den zu Beschenkenden die Wünsche abstimmt und anschließend anonymisiert. Auf dem Wunschstern wird nur Alter, Geschlecht und Wunsch vermerkt. Der Wunschstern, den sich Bürgermeister Fauth schon herausgesucht hat, gehört einer 87-Jährigen. Sie darf sich über ein seniorengerechtes Buch an Heiligabend freuen.

Wieder ein Baum für viele Kinderträume in Weil der Stadt

In Weil der Stadt ist die Aktion Wunschbaum bereits zum vierten Mal am Start. Dort werden Kinderträume erfüllt. Um diesen Kindern zu Weihnachten dennoch ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, findet auch in diesem Jahr die Aktion Wunschbaum statt.

Dabei können Kinder aus einkommensschwachen Familien ihre Wünsche in der Größenordnung von bis zu 30 Euro auf einen Wunschzettel schreiben. Diese Wünsche werden anonym an den Wunschbaum ausgehängt, der ab dem 1. Dezember im Service Point der Kreissparkasse Böblingen - Filiale Weil der Stadt, Stuttgarter Straße 22, steht. Hilfsbereite Bürger, die sich an der Spendenaktion beteiligen möchten, können dem Wunschbaum einen Wunschzettel entnehmen, den Wunsch erfüllen und das Geschenk bei Tanja Kübler von der Stadtverwaltung Weil der Stadt abgeben. Damit die Anonymität gewahrt bleibt, findet die Bescherung nur für die beschenkten Familien, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, statt.

Bei der Aktion Wunschbaum handelt es sich um ein Projekt der Weil der Städter Bürgermentoren. "Wir hoffen auch in diesem Jahr auf viele Spender, die einen Wunschzettel erfüllen und den Kindern eine Freude machen.", erklärt Bürgermentorin und Projektleiterin Anneliese Probst. Dank der guten Zusammenarbeit mit Tanja Kübler, Leiterin des Amtes für Jugend und Soziales, sowie mit der Filiale Weil der Stadt der Kreissparkasse Böblingen kann die Aktion in diesem Jahr bereits zum vierten Mal die Kinderherzen in Weil der Stadt höherschlagen lassen.

Bürgerstiftung sorgt für Premiere in Grafenau

Den Weihnachtsbaum der Wünsche wird es in Grafenau heuer zum ersten Mal geben. Die Bürgerstiftung Grafenau hat die Idee aus Aidlingen aufgegriffen und zahlreiche Kooperationspartner vor Ort dafür gewinnen können. Mit im Boot ist nicht nur das Rathaus, sondern auch Sozialstation, Jugendreferat, Asylkreis, Kirchengemeinden und das Zentrum für Senioren und Begegnung. Ab Ende nächster Woche soll der Wunschbaum in der Schalterhalle der Volksbank stehen. Im nächsten Jahr soll der Wunschbaum in der Filiale der Kreissparkasse stehen: "Spender aus unserer Gemeinde holen die Sterne, erfüllen und verpacken den Wunsch und geben die Päckchen mit Nummer im Rathaus ab", erklärt Jürgen Matthiessen von der Bürgerstiftung Grafenau den Ablauf für die bisher nur 20 Wunschsterne. Schließlich sei aller Anfang schwer. Insbesondere wegen des Datenschutzes seien Landratsamt und Gemeinde nicht auskunftsfreudig hinsichtlich Bedürftiger. Deshalb helfen die Kooperationspartner mit ihrem Wissen über Bedürftige aus.

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