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AIDLINGEN. Denn Thomas Lehn von der Forstdirektion Tübingen nutzte die Gelegenheit, um vor Ort den neuen Forsteinrichtungsplan vorzustellen, der am Donnerstagabend im Gemeinderat beraten und beschlossen werden soll.

Einen solchen Zehnjahresplan gibt es laut Lehner schon bald 200 Jahre. Schließlich sollten in der nachnapoleonischen Zeit die kahlen Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden. "Um das Jahr 1800 hatten wir nur ein Fünftel des jetzigen Waldbestandes", holte der Forstmann weit aus, während Revierbezirksleiterin Inge Hormel schon beim Treffpunkt an der Waldhütte nahe der alten Gärtringer Straße ins Schwärmen geriet, als sie nicht nur die "enorme Vielfalt der Baumarten", sondern auch die stattlichen Douglasien sah. "Die Stämme lassen sich hervorragend vermarkten und die Bäume können den Klimawandel vertragen", begründete Hormel.

Deshalb braucht es laut Revierleiter Widmayer neben der sehr erfolgreich praktizierten Naturverjüngung auch Anpflanzungen. Doch auch wenn man der Natur die Aussaat überlässt, sprießt nicht nur die Buche aus dem Boden, wie die Forstleute an einer Stelle im Wald beispielhaft aufzeigten, wo auch Tanne und Kirsche hochkommen. Dass die Blätter und Nadeln nur einen geringen Verbiss aufweisen, liege an den Jägern, die ihr Handwerk verstehen. Das Lob der Forstleute hörten die Waidmänner gern.

Trotzdem bleibt der Wildverbiss laut Lehn ein ständiges Problem, weil der gut gedeckte Tisch auf den Wiesen und Feldern besonders beim Schwarzwild zu hohen Reproduktionsraten führt. "Zum Glück gibt es nicht noch mehr Maisfelder im Gäu. Das würde die Wildschweine noch mastiger machen", weiß der Forsteinrichter aus Tübingen, der schon viele hundert Forsteinrichtungspläne erstellt hat und von daher gut vergleichen kann. Beim Waldbegang geht Lehn im Aidlinger Gemeindewald das Herz auf, so groß ist die Vielfalt der Waldgesellschaft bei gleichzeitiger Werthaltigkeit älter Bestände. Widmayer erreicht dies, indem er Kahlschläge vermeidet und mit Bedacht immer wieder einen Teil der Bäume für einen Hieb auswählt: "Wenn nur Einzelbäume fallen, braucht es kaum Nachpflanzungen und Schutzzäune. Das spart Kosten", weiß die Forstdirektorin aus dem Landratsamt Böblingen. Die Selektion sei ebenso nötig wie die Entastung künftiger Werthölzer, die auf dem Holzmarkt gerade Schäfte aufweisen müssen.

"Über die Jahrzehnte kann eine Waldgesellschaft ihr Gesicht so komplett verändern", erklärt Widmayer an einer anderen Stelle im Gemeindewald und zeigt auf fast 60 Jahre alte Tannen, die noch einmal so alt werden dürfen, um Bestpreise auf dem Holzmarkt zu erzielen. Die zwischen den stattlichen Tannen stehenden schmalen Eichen stehen schon bereit, um dann den Platz der Tannen einzunehmen. Denn im Aidlinger Gemeindewald wird nicht nur auf eine große Vielfalt Wert gelegt, sondern es wird auch bei der Bestandspflege das unterschiedliche Wuchsverhalten der Baumarten berücksichtigt.

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Aidlinger Waldbegang weist den Weg in die Zukunft

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    Beim Waldbegang informierte Thomas Lehn (2. von links) von der Forstdirektion Tübingen die Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie die Gemeindeverwaltung und die Jagdpächter über den neuen Forsteinrichtungsplan, der am Donnerstag im Gemeinderat beraten und beschlossen werden soll. Auf der Waldkarte dokumentieren die vielen verschiedenen Farben die Vielfalt der Waldtypen im Aidlinger Gemeindewald Fotos: Weigert

Der Waldbegang in Aidlingen hatte es nicht nur hitzetechnisch in sich. "Spätestens jetzt beim Anstieg am ,Weizenberg' trennt sich die Spreu vom Weizen", flachste Revierlei- ter Thomas Widmayer, als es für Gemeinde- und Ortschaftsräte steil bergauf ging. Auch inhaltlich bekam die Runde mit dem neuen Forsteinrichtungsplan viel geboten.

Artikel vom 20. Juni 2017 - 16:06

Von Matthias Weigert

AIDLINGEN. Denn Thomas Lehn von der Forstdirektion Tübingen nutzte die Gelegenheit, um vor Ort den neuen Forsteinrichtungsplan vorzustellen, der am Donnerstagabend im Gemeinderat beraten und beschlossen werden soll.

Einen solchen Zehnjahresplan gibt es laut Lehner schon bald 200 Jahre. Schließlich sollten in der nachnapoleonischen Zeit die kahlen Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden. "Um das Jahr 1800 hatten wir nur ein Fünftel des jetzigen Waldbestandes", holte der Forstmann weit aus, während Revierbezirksleiterin Inge Hormel schon beim Treffpunkt an der Waldhütte nahe der alten Gärtringer Straße ins Schwärmen geriet, als sie nicht nur die "enorme Vielfalt der Baumarten", sondern auch die stattlichen Douglasien sah. "Die Stämme lassen sich hervorragend vermarkten und die Bäume können den Klimawandel vertragen", begründete Hormel.

Deshalb braucht es laut Revierleiter Widmayer neben der sehr erfolgreich praktizierten Naturverjüngung auch Anpflanzungen. Doch auch wenn man der Natur die Aussaat überlässt, sprießt nicht nur die Buche aus dem Boden, wie die Forstleute an einer Stelle im Wald beispielhaft aufzeigten, wo auch Tanne und Kirsche hochkommen. Dass die Blätter und Nadeln nur einen geringen Verbiss aufweisen, liege an den Jägern, die ihr Handwerk verstehen. Das Lob der Forstleute hörten die Waidmänner gern.

Trotzdem bleibt der Wildverbiss laut Lehn ein ständiges Problem, weil der gut gedeckte Tisch auf den Wiesen und Feldern besonders beim Schwarzwild zu hohen Reproduktionsraten führt. "Zum Glück gibt es nicht noch mehr Maisfelder im Gäu. Das würde die Wildschweine noch mastiger machen", weiß der Forsteinrichter aus Tübingen, der schon viele hundert Forsteinrichtungspläne erstellt hat und von daher gut vergleichen kann. Beim Waldbegang geht Lehn im Aidlinger Gemeindewald das Herz auf, so groß ist die Vielfalt der Waldgesellschaft bei gleichzeitiger Werthaltigkeit älter Bestände. Widmayer erreicht dies, indem er Kahlschläge vermeidet und mit Bedacht immer wieder einen Teil der Bäume für einen Hieb auswählt: "Wenn nur Einzelbäume fallen, braucht es kaum Nachpflanzungen und Schutzzäune. Das spart Kosten", weiß die Forstdirektorin aus dem Landratsamt Böblingen. Die Selektion sei ebenso nötig wie die Entastung künftiger Werthölzer, die auf dem Holzmarkt gerade Schäfte aufweisen müssen.

"Über die Jahrzehnte kann eine Waldgesellschaft ihr Gesicht so komplett verändern", erklärt Widmayer an einer anderen Stelle im Gemeindewald und zeigt auf fast 60 Jahre alte Tannen, die noch einmal so alt werden dürfen, um Bestpreise auf dem Holzmarkt zu erzielen. Die zwischen den stattlichen Tannen stehenden schmalen Eichen stehen schon bereit, um dann den Platz der Tannen einzunehmen. Denn im Aidlinger Gemeindewald wird nicht nur auf eine große Vielfalt Wert gelegt, sondern es wird auch bei der Bestandspflege das unterschiedliche Wuchsverhalten der Baumarten berücksichtigt.

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