Eine echte Herausforderung für den Erzieherberuf

Hochsensibilität bei Kita-Kindern: Haus der Familie und die AOK haben eine achtmonatige Kooperation erfolgreich abgeschlossen

Artikel vom 13. August 2017 - 16:18

SINDELFINGEN (red). Hochsensibilität bei Kita-Kindern ist ein komplexes Themenfeld. Pädagogische Fachkräfte hierfür zu schulen war das Ziel der achtmonatigen Kooperation zwischen dem Haus der Familie Sindelfingen-Böblingen e.V. und der AOK Stuttgart-Böblingen, die jetzt erfolgreich abgeschlossen wurde.

Woran erkennt man Hochsensibilität bei Kindern und wie können diese Kinder bestens unterstützt werden? Diese Fragen wurden an Fortbildungen, Gesprächskreisen und Modulen erörtert. Neben theoretischen Informationen galt es im Projekt, den Erfahrungsraum Kita aus Sicht eines hochsensiblen Kindes zu erfassen, um dann konkrete Handlungsschritte für die Praxis zu entwickeln.

Weitere Themenfelder konzentrierten sich auf bestimmte Abläufe im Kitaalltag und stellten diese den Bedürfnissen hochsensibler Kinder entgegen. Wie eine Fachkraft ihre Kolleginnen und Kollegen und die Eltern integrieren kann, bildete einen weiteren Schwerpunkt des Veranstaltungskonzepts.

"Hochsensible Kinder stellen Erzieherinnen und Erzieher immer wieder vor neuen Herausforderungen", erklärt Projektleiterin Eva Schaber vom Haus der Familie Sindelfingen-Böblingen. Auch festgefügte Meinungen galt es zu hinterfragen, während gleichzeitig die Wichtigkeit des Faktors Zeit im Projekt thematisiert wurde.

Pausen gegen Reizüberflutung sind ganz wichtig

"Hochsensible Kinder fordern genau dies ein, Zeit, sich auf Neues einzulassen, Zeit, Eindrücke zu verarbeiten, Zeit im Umgang mit anderen großen und kleinen Menschen. Denn wenn man sich Zeit nimmt, profitiert die ganze Gruppe", so Eva Schaber, Politologin und Pädagogin, die zusammen mit Isa Schönberger, Diplom-Sozialpädagogin und Yogalehrerin, die Veranstaltungen durchgeführt hat.

Zu den theoretischen Inputs lieferte das AOK-Programm "Jolinchen-Kids" wichtige Impulse für die Umsetzung in der Praxis, heißt es in einer Pressemitteilung. Untergliedert in einzelne Module und mit unterschiedlichen Medien unterstützt Jolinchen-Kids die Erzieherinnen und Erzieher, die Bedeutung von "Auszeiten" und bewusst eingeplanten Ruhezeiten im KiTa-Alltag erlebbar zu gestalten. Das Programm ist so konzipiert, dass es ohne großen Mehraufwand in der Kita eingesetzt werden kann.

"Hochsensible Kinder sollen von klein auf erfahren, wie gut solche Pausen tun und wie leicht es gelingen kann, den reizgefluteten Körper in eine gute Grundentspannung zu bringen", erklärt Andrea Scholpp, Diplom-Oecotrophologin und AOK-Gesundheitsexpertin, die Zielsetzung von Jolinchen-Kids.

Insgesamt nahmen an dem Projekt "Hochsensibilität bei Kita-Kindern" 56 Einrichtungen und 77 pädagogische Fachkräfte aus Stuttgart und dem Landkreis Böblingen teil.

Weitere Informationen zu pädagogischen Themen gibt es im Haus der Familie Sindelfingen-Böblingen e.V. bei Eva Schaber, Telefon (07031) 7 63 76 12, E-Mail schaber@hdf-sindelfingen.de sowie unter: http://www.hdf-sindelfingen.de. Informationen zum AOK-Programm Jolinchen-Kids gibt es bei der AOK Stuttgart-Böblingen, Andrea Scholpp, Telefon-Nummer (07 11) 20 69-54 35 oder E-Mail andrea.scholpp@bw.aok.de oder unter http://www.jolinchenkids.de.

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