+++LIVE-TICKER: Entschärfung der zweiten Fliegerbombe geglückt+++

Am Donnerstagabend wird ein zweiter Fund bekannt - Entschärfung gelingt um 0:10 Uhr

  • img
    Bild 1 von 3
    So sieht die Bombe vom Mittwoch aus, die ganze Szenerie mit Evakuierung und Entschärfung hat sich am Donnerstag noch mal wiederholt. Foto: Facebook/Scivoli
  • Bild 2 von 3
    Das evakuierte Gebiet am Donnerstag wich leicht von dem am Mittwoch ab. Fotos: SDMG / Dettenmeyer/ Friebe
  • Bild 3 von 3
    Es bleibt die Frage offen, wie viele weitere Blindgänger noch auf dem Werksgelände im Erdreich schlummern. Fotos: SDMG / Dettenmeyer/ Friebe

Kaum zu glauben: Polizei und Stadt Sindelfingen bestätigen einen erneuten Bombenfund am Donnerstag auf dem Gelände von Mercedes-Benz in Sindelfingen. Erst am Tag zuvor hatte eine 250-Kg-Bombe die Stadt in Atem gehalten. Um 0:10 Uhr machen die Kampfmittelbeseitiger den Sprengkörper unschädlich.

Von Jan-Philipp Schlecht

Fotogalerie
Zweiter Bombenfund bei Mercedes
Innerhalb von zwei Tagen wurde auf dem Gelände der Daimler AG in Sindelfingen die zweite Fliegerbombe gefunden. Die Evakuierung fand noch einmal wie am Vortag statt - mit etwas mehr Betroffenen und etwas später am Abend.
»  zu den Fotos

Artikel vom 16. Februar 2017 - 17:53

+++ BILD-UPDATE UM 0:52 UHR +++

Hier ein Schnappschuss über den Abtransport der zweiten Bombe aus dem Werksgelände (Bild: Ercan Altindag)

 

+++ BILD-UPDATE UM 0:28 +++

Die Sporthalle Stadtmitte in der Gartenstraße wurde als Notunterkunft für rund 350 evakuierte Anwohner genutzt. Sie können nach Mitternacht in ihre Wohnungen zurückkehren. (Bild: SMDG)

 

+++ BILD-UPDATE UM 0:22 UHR +++

Bilder von den menschenleeren Straßen kurz vor der Entschärfung liegen jetzt vor (Bild: SDMG)

+++ UPDATE UM 0:21 UHR +++

Entwarnung auch von Seiten der Polizei: "Die Maßnahmen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes konnten um 00.10 Uhr erfolgreich beendet werden", heißt es in der kurzen Mitteilung an die Medien. 

+++ UPDATE UM 0:11 UHR +++

Soeben wird mitgeteilt, dass die Entschärfung erfolgreich verlaufen ist. Die rund 350 Anwohnerinnen und Anwohner die in der Turnhalle Gartenstraße untergebracht wurden sowie jene Personen die sich anderweitig außerhalb des evakuierten Gebiets aufgehalten haben, können in ihre Wohnungen zurückkehren.

Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer: "Erneut herzlichen Dank an die Einsatzkräfte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes, der Polizei, des DRKs und der Feuerwehr sowie alle weiteren Beteiligten, die sich wieder großartig für Sindelfingen engagiert haben. Die meisten von ihnen waren bereits gestern im Einsatz - meine Hochachtung für diese großartige Leistung. Dank ihrer professionellen Zusammenarbeit und dem erneuten Verständnis der Betroffenen konnte die Situation so rasch entschärft werden."

Die Straßensperrungen werden aufgehoben.

 

+++ UPDATE UM 23:47 UHR +++

Viele Informationen zum Fund von Fliegerbomben und Stimmen der Profis gibt es in diesem ausführlichen Hintergrund: "Nach der Bombe ist vor der Bombe"
 

+++ UPDATE UM 23:21 UHR +++

Die Stadt Sindelfingen teilt mit, dass die Evakuierung abgeschlossen ist. In diesen Minuten beginnt der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) mit der Entschärfung der Bombe. Alle anderen Einsatzkräfte haben das Gebiet verlassen. 

Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass für die Dauer der Entschärfung die Verkehrswege gesperrt sein werden. Dies betriff vor allem die Hauptschlagadern Hanns-Martin-Schleyer-Straße, Calwer Straße und Mercedesstraße.  

 

+++ UPDATE UM 23:11 UHR +++

Soeben wurde bekannt, dass von der Evakuierung dieses Mal an die 1600 Menschen betroffen sind. Das ist nahezu doppelt so viel wie beim gestrigen Fund. Am Mittwoch mussten nur 850 Personen ihre Wohnungen verlassen. Es mag damit zusammenhängen, dass am Abend mehr Menschen zuhause waren. Auch musste am Donnerstag das Stern Center komplett geräumt werden, Kinovorstellungen fielen aus. 

+++ VIDEO-UPDATE UM 22:45 UHR +++

Jetzt liegt erstes Video-Material vor. Die Bilder sind ungekürzt und zeigen nur einen ersten Eindruck von vor Ort. (Quelle: SDMG)

+++ UPDATE UM 22:10 UHR +++

Soeben teilt die Stadt Sindelfingen mit, dass ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde. Die Busse fahren zu den gleichen Zeiten wie die S-Bahn ab. Der erste Schienenersatzverkehr erfolgt für die S-Bahn um 23:04 Uhr ab Busbahnhof Böblingen über den ZOB Sindelfingen  in Richtung Renningen. Haltestelle für den Schienenersatzverkehr ist für beide Richtungen der ZOB Sindelfingen (nicht Hanns-Martin-Schleyer-Straße).

Um 22:51 Uhr fährt der letzte Bus der Linie 717 ab Tor 3. Die Schichtbusse fahren regulär.

 

+++ UPDATE UM 21:12 UHR +++

Wir haben erste Bilder vom Geschen vor Ort in der nebenstehenden Fotogalerie. 

 

+++ UPDATE UM 20:30 UHR +++

Laut einer weiteren Pressemeldung der Stadt Sindelfingen kann die Entschärfung frühestens um 23 Uhr erfolgen (Voraussetzung ist eine vollständige Evakuierung des Gebiets). Aufgrund der Sperrung des betroffenen Gebiets kommt es zu Einschränkungen im Verkehr und Nahverkehr. Die Sperrung der Straßen im betroffenen Gebiet erfolgt laut Stadt Sindelfingen ab 21 Uhr.

Der Pendelverkehr vom Hotel Ritter und NH Hotel zur Turnhalle Gartenstraße beginnt ab 20.30 Uhr. Die letzte Bahn Richtung Böblingen verkehrt um 22.53 Uhr, die letzte Bahn in die Gegenrichtung nach Renningen um 22.37 Uhr. Bei den Stadtbussen ist mit Verspätungen aufgrund von Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Linie 717 fährt nicht die Haltestelle Daimlersteg an.

 

+++ UPDATE UM 20:00 UHR +++

Das zuständige Polizeipräsidum in Ludwigsburg hat nun ebenfalls eine Pressemitteilung verschickt. Hier die Meldung im Wortlaut:

"Wieder muss zur Vorbereitung einer ab 24 Uhr vorgesehenen Bombenentschärfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst im Industriegebiet an der Kreuzung Calwer Straße / Hanns-Martin-Schleyer-Straße und Mercedesstraße in Sindelfingen die Polizei heute Abend, ab etwa 23.30 Uhr den Durchgangsverkehr für die Dauer der Entschärfung sperren und umleiten.

Der Bahnsteig des Bahnhofs Sindelfingen wird durch Kräfte der Bundespolizeiinspektion Stuttgart geräumt und für die Dauer der Entschärfung abgesperrt. Nähere Informationen zu den Einschränkungen im Bahnverkehr gibt die Bundespolizei gesondert bekannt.

Für die Entschärfung müssen die Anwohner gegenüber des Industriegebiets auch heute Abend ihre Wohnungen wieder verlassen. Auch das Stern-Center, nicht aber der Busbahnhof werden davon betroffen sein. Es wird mit einer Evakuierung von über 1.000 Menschen gerechnet. Die erforderlichen Maßnahmen werden von der Stadt Sindelfingen koordiniert.
Eine zeitnahe Information über die Aufhebung der Maßnahmen wird erfolgen."
 

+++ UPDATE UM 19:20 UHR+++

Die offizielle Pressemitteilung der Stadt Sindelfingen liegt jetzt vor. Mit diesen Worten informiert die Stadt über die bevorstehende Entschärfung und vorsorgliche Evakuierung:

"Im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen wurde bei Bauarbeiten erneut ein Sprengkörper aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Das Gebiet wird im Umkreis von 300m evakuiert, sodass der Sprengkörper von Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes entschärft werden kann. Der Bereich weicht leicht vom Vortag ab. Die Sperrung des Bereichs beginnt ab 20.30 Uhr. Anschließend wird mit der Evakuierung der Anwohnerinnen und Anwohner begonnen.

Evakuierung der Anwohnerinnen und Anwohner
Die Evakuierung betrifft die Wohnbebauung der Bereiche nördliche Hanns-Martin-Schleyer-Straße, Riedmühlestraße, Hofstättenweg, Calwer Straße, Küblerstraße sowie Marienstraße und Martastraße und Teile des Mercedes-Benz Werks (Gebäude 2 und das Parkhaus T303). Die Evakuierung betrifft auch das Stern-Center (inkl. Kino). Der Busbahnhof ist NICHT betroffen.

Anwohnerinnen und Anwohner die keine private Unterbringungsmöglichkeit haben können erneut in der Turnhalle Gartenstraße (GS Gartenstraße und Stiftsgymnasium) unterkommen. Für mobilitätseingeschränkte Personen wird ein Pendelverkehr vom Hotel Ritter und dem NH Hotel aus bereitgestellt.

Weitere Informationen zu Straßensperrungen und Einschränkungen des Nahverkehrs folgen.

Die Evakuierung erfolgt vorsorglich, es besteht keine akute Gefahr.
Weitere Informationen für Betroffene können unter der Telefonnummer: 07031/9540570 sowie vor Ort in der Turnhalle Gartenstraße abgefragt werden."

+++NEWS um 17:53 Uhr+++

SINDELFINGEN. Erneuter Bombenfund auf dem Gelände der Daimler AG in Sindelfingen: Wie soeben aus gut informierten Kreisen zu erfahren ist, wurde bei Bauarbeiten im Werk von Mercedes-Benz in Sindelfingen die zweite Fliegerbombe innerhalb von zwei Tagen gefunden. Der Fund am gestrigen Mittwoch hatte bereits die halbe Stadt in Aufruhr versetzt. Zirka 850 Menschen mussten evakuiert werden, alles lief reibungslos.

Unbestätigten Informationen zufolge soll sich das Szenario aber wie am gestrigen Mittwoch wiederholen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagt, der Kampfmittelbeseitigungsdienst warte in der Regel nicht damit, einen gefundenen Blindgänger zu entschärfen. Dann aber müsste eine Evakuierung noch am Donnerstagabend vonstatten gehen. In den sozialen Medien kursieren bereits Bilder von Einsatzkräften in der Stadt.

Auf Nachfrage hin bestätigt die Polizei die Information über den Fund. "Das gleiche wie gestern, nur zu einem anderen Zeitpunkt", sagt Polizeisprecherin Tatjana Wimmer vom Polizeipräsidium Ludwigsburg. Auch die Presseprecherin der Stadt Sindelfingen, Nadine Izquierdo, bestätigt die Information. Offenbar soll in diesen Minuten erneut der Krisenstab zusammenkommen und über die Situation beraten.

Näheres kann die Sprecherin aber noch nicht zum Stand der Dinge sagen. Auch, ob im selben Umfang wie am gestrigen Mittwoch evakuiert und der Verkehr gestoppt werden muss, ist zum Zeitpunkt noch unklar. Derzeit laufen die Drähte zwischen den Einsatzkräften heiß. Offenbar mussten auch Mitarbeiter der Daimler-Werksfeuerwehr in Sindelfingen wieder aus dem Feierabend geholt werden.

Auf diesem historischen Foto ist zu erkennen, wie groß das Ausmaß der Bombardierungen im zweiten Weltkrieg tatsächlich war. Das heutige Flugfeld und die angrenzenden Gebiet sind von Bomben nur so übersäht. Dies erklärt auch die Tatsache, dass gleich zwei Bomben innerhalb kürzester Zeit gefunden wurden. Es wirft aber auch die Frage auf, wie viele Blindgänger wohl noch unentdeckt im Erdreich liegen?

 

Lesen Sie auch:

► NEWS-Ticker des Bombenfunds am Mittwoch

► Dem Krawattenbau geht es an den Kragen

 

Verwandte Artikel