Amphibienschutz wird nachgebessert

Auf der Landesstraße zwischen Weil der Stadt und Schafhausen werden bis Ende Februar noch drei weitere Durchgänge verlegt

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    Als ob derzeit nicht schon genug Baustellen für Verkehrsbehinderungen sorgten: Bis Weihnachten werden auf der Landestraße zwischen Weil der Stadt und Schafhausen weitere Röhren für Amphibienquerungen verlegt Fotos: Bischof/Archiv

Straßenbaustellen allüberall im Landkreis. Auch auf der Landesstraße zwischen Weil der Stadt und Schafhausen. Dort, wo erst vor vier Jahren eine Amphibienschutz- anlage gebaut wurde, damit die Tiere bei ihren Wanderungen sicher die Straße queren, wird jetzt der Asphalt aufgerissen für Röhren mit zwei Meter Durchmesser.

Artikel vom 07. Dezember 2017 - 18:24

Von Matthias Weigert

WEIL DER STADT. Während der Arbeiten unter Regie des Straßenbauamts im Landratamt Böblingen ist halbseitige Sperrung angesagt. Eine Baustellenampel regelt den Verkehr. "Wenn alles planmäßig verläuft, müssen die Verkehrsteilnehmer bis Ende Februar mit Behinderungen rechnen", so Pressereferentin Désirée Bodesheim vom Regierungspräsidium Stuttgart. Die Maßnahme muss im Winter durchgeführt werden, weil sonst Amphibienwanderungen möglich sind.

Vor vier Jahren schaute Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) persönlich bei der im Bau befindliche Amphibienschutzanlage vorbei, weil sie Teil einer Gesamtkonzeption des Landes war. Einen großen Bahnhof gab es damals im November im Würmtal an der Landesstraße. "Wir wollen noch mehr verwirklichen. Das ist der Landesregierung wichtig. Deshalb bin ich hier vor Ort, wo künftig rund 2700 Amphibien sicherer unter der Straße zum Laichen an den Maisenbachweiher gelangen können und auch wieder wohlbehalten zurück in ihr Winterquartier", glaubte die Staatssekretärin damals.

Jahrelang wurde die Amphibienwanderung im Würmtal von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des örtlichen Angelvereins organisiert und betreut, aber im Jahre 2008 aufgegeben. Im Jahr 2009 wurde bereits ein Teil der Amphibienschutzanlage gebaut. Die drei Amphibientunnel wurden 2013 auf sechs Tunnel inklusive einer Leiteinrichtung mit einer Länge von rund 425 Metern zur Führung der Tiere auf die Tunnel hin erweitert.

Die Maßnahmen waren damals eingebettet in das landesweite Konzept mit dem Titel "Wiedervernetzung". "Mit diesem Projekt streben wir an, die Trennwirkung bestehender Straßen zu verringern. Zunächst werden die wichtigsten und dringendsten Wiedervernetzungsabschnitte identifiziert", erläuterte Staatssekretärin Splett beim damaligen Besuch an der Baustelle. Die Kosten beliefen sich seinerzeit auf rund 430 000 Euro. Diesmal kostet die Maßnahme 115 000 Euro.

Das durchgeführte Monitoring-Verfahren unter Einbeziehung der Ehrenamtlichen ermittelte, dass die Maßnahme nur beschränkt funktionierte. Mit der dritten Baumaßnahme soll endlich das gewünschte Ergebnis eintreten: Die Amphibien sollen schließlich nicht in die Röhre schauen, sondern sie gefälligst benutzen.

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