Erdhebungen

Erdhebungen: 222 000 Euro für Gebäudegutachten

Versicherungen stellen Geld für die Dokumentation der Gebäudeschäden zur Verfügung

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    Riss im Wohnzimmer: Gebäudeschaden in der Feldbergstraße / Foto: Ruchay-Chiodi

Artikel vom 02. Juni 2016 - 14:53

BÖBLINGEN (red). In die Schadensregulierung der Erdhebungen in Böblingen kommt langsam Bewegung. Die Interessengemeinschaft Erdhebungen Böblingen (IGE-BB) hat jetzt mit den Versicherern Allianz Versicherungs-AG, AIG Europe Limited und der Württembergische Versicherung AG eine Vereinbarung zur Besichtigung der beschädigten Häuser getroffen. Hierfür stellen die Versicherungen 222 000 Euro zur Verfügung.

Wie die IGE in einer Pressemitteilung schreibt, ist nun der Weg frei, für eine Begutachtung der betroffenen Häuser durch öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Ziel ist es, die bislang entstandenen Schäden zu dokumentieren sowie die erforderlichen Notfallmaßnahmen und die hierfür notwendigen Reparaturkosten zu ermitteln.

"Durch diese Vereinbarung besteht für die Mitglieder der IGE-BB die Möglichkeit, die derzeit entstandenen Schäden durch einen von uns ausgewählten und beauftragten Sachverständigen zu dokumentieren. Dies voraussichtlich ohne, dass den Betroffenen Kosten entstehen", erklären die beiden IGE-Geschäftsführer Dieter Eger und Werner Schubert. Welche der betroffenen Gebäude besichtigt werden, entscheidet die IGE-BB. Das nun anlaufende Verfahren, heißt es, gebe den Betroffenen die Möglichkeit, Klarheit über die bisher entstandenen Schäden an ihren Häusern zu erhalten. Ab dem zweiten Quartal des Jahres sollen die ersten Gebäude besichtigt werden.

Die mittlerweile insolvente Bohrfirma Gungl GmbH hatte in den Jahren 2006 bis 2009 mehrere Geothermiebohrungen in Böblingen durchgeführt, die Erdhebungen verantwortlich gemacht werden. Wie mehrfach berichtet, bestand für die Bohrfirma in den Jahre 2006 bis 2012 Versicherungsschutz bei drei verschiedenen Versicherern. Derzeit ist unklar, welche der drei Unternehmen (Allianz, AIG Europe, Württembergische) für die Schäden Versicherungsschutz gewähren.

In einem Schiedsverfahren wird gerade durch unabhängige Sachverständige ermittelt, welche Versicherung für welche Schäden zuständig ist. Das Ergebnis, das für Ende des Jahres erwartet wird, ist für die Versicherer bindend.

Durch die Insolvenz der Firma Gungl verzögerte sich das Schiedsverfahren. Ende des vergangenen Jahres haben sich die Versicherer geeinigt, das Verfahren auch ohne Einbindung der Firma Gungl und deren Insolvenzverwalter durchzuführen.

Ob die Versicherer für die Schäden aufkommen, ist noch nicht geklärt

Erst wenn der zuständige Versicherer durch das Schiedsverfahren feststeht, wird dieser klären, ob die Bohrungen überhaupt fehlerhaft und/oder nicht nach dem damaligen Stand der Technik entsprechend durchgeführt wurden und welche Schäden dadurch entstanden sind. "Aus Sicht der Haftpflichtversicherer ist die Haftungsfrage derzeit noch nicht abschließend geklärt", betont die IGE.