Erdhebungen

Versicherungen einigen sich auf Schiedsverfahren

Erdhebungen: Nach dem Landesamt-Gutachten kommt einiges in Bewegung

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    Solche Risse sind um Teil in den Häusern zu sehen / Foto: Archiv

VON MICHAEL STÜRM

Artikel vom 16. Januar 2016 - 04:45

BÖBLINGEN. Die Versicherungen der Bohrfirma Gungl werden per Schiedsverfahren klären, welches Unternehmen für die Erdhebungsschäden in Böblingen haftet. Dies teilte die Allianz-Versicherung am Freitag mit. Das notwendige Gutachten werde zeitnah in Auftrag gegeben.

Die drei Versicherungen Allianz, Württembergische und AIG gehen diesen Weg nun ohne die Beteiligung des betroffenen Bohrunternehmens. Wie berichtet, wird die Firma Gungl seit ihrer Insolvenz von einem Insolvenzverwalter vertreten. Der hatte angekündigt, dass er sich nicht an einem Schiedsverfahren beteiligen werde.

Christian Weishuber, Sprecher der Allianz-Versicherung, geht davon aus, dass die Haftungszuständigkeit somit noch in diesem Jahr geklärt werden kann. Man werde das Schiedsgericht-Verfahren nun mit den Vertretern der Geschädigten besprechen. "Danach geht das ruckzuck", versprach Weishuber. Ob die Versicherungen auch anerkennen, dass die Bohrfirma die Geothermiebohrungen fehlerhaft ausgeführt hat, ist noch nicht klar. Dies wäre jedoch Voraussetzung für eine Schadensregulierung. Wie berichtet, kam ein unabhängiges Gutachten des Landesamtes zu dem Ergebnis, dass die Bohrlöcher nicht ordnungsgemäß verfüllt worden sind. "Wir müssen dieses Gutachten zunächst sichten und die technischen Punkte klären, bevor wir eine Bewertung dazu abgeben können", sagte der Allianz-Sprecher gestern.

Landrat Roland Bernhard appellierte gestern noch einmal in Briefen an die Versicherungen, die Ergebnisse des Gutachtens anzuerkennen. In einem Schreiben an den Insolvenzanwalt forderte er von diesem, aufgrund der Fakten in dem Gutachten, nun die Schadenersatzforderungen der Geschädigten anzuerkennen.