Erdhebungen

Erdhebungen: Land zahlt 1,4 Millionen Euro an Kreis

Mit dem Geld vom Umweltministerium saniert der Kreis zwei Erdwärmesonden

  • img
    Viele Risse, buchstäbliche und sprichwörtliche, hatten die Geothermiebohrungen in Böblingen hinterlassen Foto: Bischof/Archiv

Im Geothermieschadensfall Böblingen hat das Umweltministerium dem Regierungspräsidium Stuttgart Mittel in Höhe von über 1,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit kann das Regierungspräsidium dem Landratsamt Böblingen die Kosten für die Sanierung von zwei Erdwärmesonden in der Siemensstraße 11 (Quartier I, Hebungsgebiet Nord) vorläufig erstatten.

Artikel vom 09. März 2016 - 04:44

"Mit der erfolgreichen Sanierung der Bohrlöcher hat das Land den geschädigten Hauseigentümern eine wichtige Hilfe geleistet", erklärte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller am Dienstag. Jetzt müssten endlich auch die Versicherungen mit der Schadensregulierung beginnen, heißt es in einer Pressemitteilung. Es sei ein gutes Zeichen für die betroffenen Menschen, dass nach der erfolgreichen Sanierung der beiden schadhaften Erdwärmesonden die Hebungsprozesse im nördlichen Hebungsgebiet nun deutlich abklingen. "Nachdem klar ist, dass das Landratsamt die Kosten für die Sanierung nicht kurzfristig von dritter Seite ersetzt bekommen kann, ist es gerechtfertigt, wenn hier nun das Land einspringt und dem Kreis diese Kosten vorläufig erstattet", so Untersteller.

Der Umweltminister appellierte an die beteiligten Versicherungen, nun ebenfalls Verantwortung zu übernehmen. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Versicherungen hier offenbar weiterhin auf Zeit spielen wollen und die geschädigten Bürgerinnen und Bürger bis heute auf die Regulierung ihrer Schäden warten müssen."

Die Kostenerstattung nach Paragraf 52 der Landkreisordnung Baden-Württemberg setze voraus, dass der Landkreis nicht von Dritten Ersatz verlangen kann. Da das Insolvenzverfahren über das Vermögen der verantwortlichen Bohrfirma noch nicht abgeschlossen ist, könne dies derzeit noch nicht als gegeben angesehen werden, weshalb die Erstattung zunächst "vorläufig" erfolge. Ein weiterer Antrag des Landratsamtes Böblingen auf Erstattung der Kosten nach Paragraf 52 für die Sanierung der Erdwärmebohrungen im Heinrich-Heine-Weg 1, 3, 5 und 7 (Quartier II) werde derzeit geprüft, heißt es abschließend.