Erdhebungen

Schiedsverfahren sollen zügig anlaufen

Erdhebungen im Südosten von Böblingen: Landratsamt und Versicherungen einigen sich auf weitere Schritte

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    Risse im Gebäude im Hebungsgebiet: Begutachtet werden sollen nun alle Gebäude der Eigentümer, die Mitglied in der Interessengemeinschaft Erdhebungen sind. Damit wären die Schäden dokumentiert und die Eigentümer könnten erste notwendige Reparaturen vornehmen KRZ-Foto: SRC

Artikel vom 12. September 2015 - 17:06

KREIS BÖBLINGEN (red). Das Landratsamt Böblingen hat sich mit den Versicherungen des Bohrunternehmens, das die Bohrungen im Hebungsgebiet im Südosten von Böblingen durchgeführt hat, auf weitere Schritte verständigt. Demnach sagen die Versicherungen AIG, Allianz und Württembergische zu, in einem Schiedsverfahren möglichst rasch die Zuständigkeitsfrage klären zu lassen. Zudem haben sich Landratsamt und Versicherungen auf ein Verfahren zur Beweissicherung geeinigt.

"Ich bin froh, dass wir mit den Versicherungen diese für die Betroffenen wichtige Vereinbarung erreicht haben", so Landrat Roland Bernhard. "Wir sind damit einen großen Schritt weiter, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind." Es sei wichtig gewesen, im direkten Gespräch die Standpunkte auszutauschen, auch wenn über die Frage der Kausalität und der Haftung noch keine Einigkeit erzielt werden konnte. Bernhard weiter: "Am Ende steht dennoch eine Verabredung, mit der die betroffenen Eigentümer weitere Schritte einleiten können."

Die Versicherungen streben ein außergerichtliches Schiedsverfahren an, in dem die Frage der Zuständigkeit geklärt werden soll. AIG, Allianz und Württembergische versprechen sich dadurch, schneller klären zu können, welche Versicherung für diesen Fall Ansprechpartner ist, als es bei einem langwierigen Gerichtsverfahren möglich wäre.

Weiter werden die Versicherer mit der IG das Gespräch suchen, um für alle Beteiligten einen Weg der Beweissicherung der durch die Hebungen entstandenen Schäden zu finden. Begutachtet werden sollen die Gebäude der Eigentümer, die Mitglied in der Interessengemeinschaft Erdhebungen sind. Das Landratsamt erklärt sich bereit, die Ergebnisse der bereits im Zuge der Sanierungsmaßnahmen in den Hebungsgebieten in Auftrag gegebenen 85 Gutachten zur Beweissicherung mit einem Wert von rund 74 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Damit wären nicht nur die Schäden dokumentiert. Die Eigentümer hätten auch die Möglichkeit, in Eigenregie erste notwendige Reparaturen vorzunehmen, ohne befürchten zu müssen, dass die bereits reparierten Schäden nicht mehr anerkannt werden. "Damit haben wir das derzeit maximal mögliche erreicht", so Bernhard. "Wir wollen aber mit den Versicherungen im Gespräch bleiben, um Schritt für Schritt auch zu einer Lösung bei der Regulierung der Schäden zu kommen."