Erdhebungen

Erdhebungen: Hilfsfonds gefordert

Kreisrätin schreibt Landrat

Artikel vom 13. Februar 2015 - 17:48

BÖBLINGEN (red). Die Böblinger CDU-Kreisrätin Daniela Braun fordert einen Nothilfe-Fonds des Landes für die Erdhebungsopfer in Böblingen. In einem Brief fordert sie Landrat Roland Bernhard auf, sich für eine solche Hilfe stark zu machen. Braun weist auf ähnliche Hilfen in anderen Bundesländern für Hochwassergeschädigte hin.

"Das Land", schreibt Braun, "hat aus Klimaschutzgründen die Geothermie beworben, mit Geldmitteln monetär gefördert und steht beim Genehmigungsverfahren in der Verantwortung". Allein daraus ergebe sich - unabhängig von der Schuldfrage - eine moralische und politische Pflicht. Da die Energiewende von der Landesregierung und der Allgemeinheit nach wie vor gewollt sei, solle sie sich mit den Betroffenen solidarisch zeigen, damit nicht am Ende auch Geothermie am richtigen Ort, in der breiten Bevölkerung ideellen Schaden erleide. "Die Landesregierung soll einen entsprechenden Beschluss fassen, der es dem Land erlaubt, die Opfer adäquat zu entschädigen und die Regulierung mit den Versicherungen, im Einverständnis mit den Geschädigten, selbst zu übernehmen", fordert Daniela Braun.

Weiterhin bittet sie den Landrat, aufzuklären, wie es dazu gekommen sei, dass im südlichen Hebungsgebiet wie berichtet, in drei Fällen unerlaubt über 100 Meter tief gebohrt wurde. Diese Bohrtiefen seien nicht genehmigt gewesen. "Weshalb wurden falsche Bohrprotokolle entgegengenommen? Weshalb wurde nicht ein unabhängiger Sachverständiger für Prüf- und Überwachungsmaßnahmen eingesetzt, der die Ausführung der Erdwärmebohrungen qualitativ überwacht hätte, wie es vorgeschrieben ist?", fragt Braun.