Erdhebungen

Weitere sieben Bohrungen als sanierungsrelevant eingestuft

Expertenrunde beäugt Erdhebungen im südlichen Hebungsbereich in Böblingen - Ergebnisse der Luftbildauswertung liegen vor

Artikel vom 13. September 2014 - 13:06

KREIS BÖBLINGEN (red). Am Donnerstag vor einer Woche hat sich im Landratsamt eine Expertenrunde zu den Erdhebungen in Böblingen getroffen. Die Befunde aus den geophysikalischen Untersuchungen zeigen nach Auffassung der Experten, dass alle sieben Sonden als sanierungsrelevant einzustufen sind. Das teilte das Landratsamt mit.

An der Besprechung teilgenommen haben Vertreter von Umweltministerium, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Regierungspräsidium, dem Landratsamt, den beteiligten Fachbüros, der Interessensgemeinschaft, der Stadt, der Bohrfirma und die Eigentümer. Die Experten haben die Messergebnisse von sieben weiteren Bohrungen an drei Standorten im südlichen Hebungsgebiet - Bereich Schliffkopfweg/Herdweg - bewertet. In einem der sieben jetzt untersuchten Bohrlöcher konnte mit dem Messgerät nicht bis zur Endtiefe vorgedrungen werden. Alle weiteren Messungen wurden vollumfänglich durchgeführt.

Nach den bisherigen Auswertungen war die Tragweite der in den Messergebnissen aufgezeigten Fehlstellen und Dichteauflockerungen im Vergleich zu den bislang untersuchten Bohrungen geringer. Aus Sicht der Experten kann jedoch in keiner Sonde eine vollständige abdichtende Wirkung der Ringraumhinterfüllung bejaht werden. Das Vorkommen und Fließen von Wasser - wenn auch in geringen Mengen - kann nicht ausgeschlossen werden. Damit müssen im südlichen Hebungsbereich insgesamt 15 Bohrungen saniert werden.

Die Vorbereitungsmaßnahmen für das bereits hinsichtlich der anderen Bohrungen durchgeführte Maßnahmenprogramm werden daher nun auch für die Sanierung dieser sieben Bohrungen anlaufen. Die für den südlichen Hebungsbereich vorgesehene tiefe Erkundungsbohrung soll im Vorfeld der eigentlichen Sanierungen noch konkretere Erkenntnisse zum geologischen Aufbau und den hydraulischen Verhältnissen liefern.

Zwischenzeitlich liegen dem Landratsamt die Luftbildauswertungen auf Kampfmittel für sämtliche Bereiche vor, in denen die flacheren und tiefen Erkundungsbohrungen vorgesehen sind. Dabei hat sich ergeben, dass keine Anhaltspunkte für das Vorhandensein von Sprengbomben-Blindgängern vorhanden sind und keine Notwendigkeit besteht, den Kampfmittelbeseitigungsdienst zu weiteren Erkundungen einzuschalten.