Erdhebungen

Sanierung beginnt im Oktober

Landrat unterzeichnet entsprechende Aufträge für den nördlichen Hebungsbereich in Böblingen

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    Im Oktober sollen Sanierungsmaßnahmen im nördlichen Hebungsgebiet beginnen, der Böblinger Süden soll im Januar folgen KRZ-Foto: TB/Archiv

Die Aufträge für die Sanierungsmaßnahmen im nördlichen Hebungsbereich wurden unterzeichnet. Das teilt das Landratsamt in einer Pressemitteilung mit. Im nördlichen Bereich wird eine flache Grundwassermessstelle niedergebracht. In der zweiten Oktoberhälfte soll dann die eigentliche Sanierung erfolgen.

Artikel vom 06. September 2014 - 16:42

BÖBLINGEN (red). Landrat Roland Bernhard hat alle wesentlichen Aufträge freigegeben und unterzeichnet. "Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um alle Abstimmungen und notwendigen Beteiligten schnellstmöglich zusammen zu bringen", so Bernhard. "Ich bin sehr froh, dass wir jetzt mit der nächsten Phase beginnen und die für alle Betroffenen und Menschen in diesem Gebiet so immens wichtige Sanierung der Erdwärmesonde anpacken können", sagt Bernhard. Die Sanierung wird durch das Landratsamt im Wege der so genannten "unmittelbaren Ausführung" vorgenommen, heißt es.

"Wir packen ein ganzes Bündel eng miteinander verzahnter Maßnahmen an", sagt Jochen Weinbrecht, der Amtsleiter für Wasserwirtschaft. Dabei habe man auch den südlichen Hebungsbereich stets im Fokus und bereite notwendige Schritte vor. Soweit es möglich ist, werden die entsprechenden Maßnahmen für beide Hebungsgebiete in Auftrag gegeben, erläutert Weinbrecht.

Dies wurde beispielsweise für die Höhenmessungen veranlasst, die künftig in Form einer innovativen Satellitenüberwachung durchgeführt werden, welche eine noch höhere Genauigkeit verspricht. Zum Abgleich der Daten werden auch weiterhin terrestrische Höhenmessungen durchgeführt, jedoch nur auf konkret ausgewählten Straßenachsen. Eine Luftbildauswertung auf Kampfmittel wurde bereits für beide Hebungsbereiche in Auftrag gegeben, ebenso die Erstellung von flacheren Erkundungsbohrungen mit einer Tiefe von 40 Metern für beide Hebungsgebiete. Diese werden zu Grundwassermessstellen ausgebaut. Diese Bohrungen werden an vier Standorten in beiden Hebungsgebieten voraussichtlich noch im September erfolgen. Die technischen Details der Erstellung von zwei tieferen Erkundungsbohrungen in beiden Hebungsbereichen werden derzeit endabgestimmt.

Noch im September gibt es eine Beweissicherung an 31 Grundstücken

Die eigentliche Sanierung durch minimalinvasive Schneid- und Injektionsarbeiten wurde im nördlichen Bereich durch den Landrat beauftragt und wird voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte beginnen. "Ich bin froh, dass wir für diese bedeutende Aufgabe die Firma mit dem größten Know-How auf diesem Gebiet gewinnen konnten", sagt Bernhard. Die Keller Grundbau GmbH hat die schadhaften Bohrlöcher in Staufen erfolgreich saniert. Vor Beginn dieser Arbeiten werden noch im September Beweissicherungen an 31 konkret bezeichneten Grundstücken aus- und weitere geophysikalische Messungen durchgeführt.

Auch für den südlichen Hebungsbereich laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. "Sie können sich sicher sein, dass wir auch im südlichen Hebungsbereich den Druck drin lassen", sagt Bernhard. Die für die Schneid- und Injektionsarbeiten beauftragte Firma hat ihre Kompetenz bis in Tiefen von über 100 Meter nachgewiesen, verfüge über die gerätetechnische Spezialausstattung und geschultes und erfahrenes Personal. Die Firma ist aus logistischen Gründen jedoch nicht in der Lage, die Schneid- und Injektionsarbeiten an zwei Stellen gleichzeitig durchzuführen. Deshalb muss voraussichtlich schrittweise vorgegangen werden. "Um nichts unversucht zu lassen und sämtliche Möglichkeiten auszuloten, prüfen wir gleichzeitig mit unserem Sachverständigenbüro und dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), ob im Süden eventuell auch andere Spezialfirmen für die Schneid- und Injektionsarbeiten in Frage kommen und haben hierfür ein detailliertes technisches Anforderungsprofil erarbeitet" erläutert Weinbrecht.

Inhaltlich wird das für den Süden erforderliche Maßnahmenbündel im Wesentlichen den Erfordernissen im nördlichen Bereich entsprechen. Soweit dies machbar war, wurden die Maßnahmen bereits beauftragt. "Wir haben es im Süden mit viel mehr sanierungsbedürftigen Bohrungen zu tun, dies macht die Baustellenlogistik und Ablaufkoordination noch komplexer", ergänzt Weinbrecht in der Pressemitteilung.

Sanierung im südlichen Bereich soll im Januar 2015 beginnen

Geplant ist, dass die Sanierung im südlichen Bereich zeitlich an die Sanierung im nördlichen Bereich anschließt und damit - je nach Fortschritt im Norden - voraussichtlich im Januar 2015 beginnen kann. Die weiteren sanierungsbegleitenden Maßnahmen für den südlichen Bereich werden auf diesen Zeitpunkt eingesteuert. Derzeit wird mit den Eigentümern der Erdwärmesonden an einer konstruktiven Lösung für die Ersatzwärmeversorgung gearbeitet, da die bisherigen Heizungen wegen der Sanierungsarbeiten nicht weiterbetrieben werden können.

Die geophysikalischen Voruntersuchungen weiterer sieben Sonden im Bereich Schliffkopfweg/Herdweg sind inzwischen abgeschlossen und werden derzeit vom beauftragten Büro ausgewertet und aufbereitet. Nach erfolgter Aufbereitung erfolgt eine gesonderte Information.