Erdhebungen

Neue Ampelkarte schließt weite Gebiete im Kreis ein

Erdwärme in Böblingen: Bohrverbot im Gipskeuper beschlossen

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Angesichts der aktuellen Schadensfälle durch Erdwärmebohrungen in Böblingen hat der Landrat Roland Bernhard für den Kreis Böblingen ein generelles Verbot von Erdwärmebohrungen im Gipskeuper durchgesetzt. Das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg trägt diese Entscheidung mit. Dies hat der Minister dem Landrat in einem Schreiben mitgeteilt. Das Landratsamt hat die Ampelkarte für den Landkreis deshalb neu aufgelegt.

Artikel vom 18. Juni 2014 - 15:30

KREIS BÖBLINGEN (red). "Für den Kreis Böblingen, der bereits zum dritten Mal mit den Folgen schadhafter Erdwärmebohrungen umgehen muss, ist die Entscheidung, keine Bohrungen mehr im Gipskeuper zuzulassen, nur folgerichtig", sagt der Landrat. "Dass das Umweltministerium uns hier unterstützt, bestärkt uns im Landratsamt, alles dafür zu tun, um weitere Schadensfälle im Kreis zu vermeiden."

Weite Teile der Gebiete im Landkreis, die bisher gelb hinterlegt waren, würden auf rot gestellt. Das bedeutet, dass in diesen Gebieten künftig auch im Einzelfall keine Geothermiebohrungen mehr zugelassen werden, weil dort gips- oder anhydrithaltige Schichten in für Erdwärmeanlagen relevanten Tiefen nicht ausgeschlossen werden können. Die Änderungen betreffen insbesondere große Teile von Leonberg, Renningen, Magstadt, Sindelfingen, Böblingen und Herrenberg.

In grünen Gebieten sind die riskanten Gesteinsschichten des Gipskeupers im Untergrund nicht vorhanden (westliches Kreisgebiet) oder kommen nicht in den oberflächennahen Schichten bis 100 Meter Tiefe vor (südöstliches Kreisgebiet). Damit könne es dort selbst bei fehlerhaft durchgeführten Bohrungen für Erdwärmeanlagen nicht zu Quell- und Hebungsprozessen kommen, wie sie derzeit im Nordosten von Böblingen stattfinden.

In den wenigen, weiterhin gelb ausgewiesenen Gebieten werden nach wie vor erhöhte Anforderungen an die Bohrungen gestellt. Hier erfordern komplexe hydrogeologische Verhältnisse erhöhte Auflagen zum Grundwasserschutz. Sie stünden nicht in Zusammenhang mit Gipskeupervorkommen.

Die neue Ampelkarte und weitere Informationen sind auf der Webseite des Landkreises unter http://www.lrabb.de/Erdsonden abrufbar.