Erdhebungen

Sanierung für zwei Bohrungen im südlichen Hebungsgebiet nötig

Für zwei weitere Bohrungen sind laut Expertenrunde zu den Erdhebungen in Böblingen zusätzliche Untersuchungen geplant

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    Im südlichen Hebungsgebiet gibt es an mindestens zwei Bohrungen Sanierungsbedarf / Foto: red

Artikel vom 23. Mai 2014 - 11:24

BÖBLINGEN (red). Am vergangenen Montag hat sich im Landratsamt eine Expertenrunde zu den Erdhebungen in Böblingen getroffen. Die Experten haben die Messergebnisse der verbleibenden vier Bohrungen an zwei Standorten im südlichen Hebungsgebiet bewertet und sehen an mindestens zwei Bohrungen Sanierungsbedarf. Das teilte das Landratsamt nun in einer Pressemitteilung mit.

An der Besprechung teilgenommen hatten Vertreter von Umweltministerium, vom Landesamt für Geologie und Bergbau, vom Regierungspräsidium, vom Landratsamt, von den beteiligten Fachbüros, von der Bürgerinitiative, von der Stadt Böblingen und der Bohrfirma sowie Eigentümer.

Der Fokus der Expertenrunde lag nochmals auf dem südlichen Hebungsgebiet zwischen dem Friedhof und der Eichendorffschule. Insgesamt wurden damit in diesem Bereich nun acht Bohrlöcher an vier Standorten untersucht. In zwei der vier jetzt untersuchten Bohrlöcher konnte mit dem Messgerät für die Dichtemessungen nur bis zu einer Tiefe von 44 Metern vorgedrungen werden. Mit anderen Messverfahren konnten aber alle vier Bohrlöcher, die je 80 Meter tief sind, mit den Messinstrumenten befahren werden.

In zwei Bohrlöchern Anhaltspunkte für Wasservorkommen gefunden

Nach den bisherigen Auswertungen gibt es zumindest in zwei der vier Bohrlöcher Anhaltspunkte für Wasservorkommen im Ringraum. Nach jetzigem Kenntnisstand besteht für zwei Bohrlöcher ein Sanierungsbedarf, so die Schlussfolgerung der Experten. Damit müssten im südlichen Hebungsbereich mindestens vier der acht Bohrungen saniert werden. Die Experten fordern für beide Hebungsbereiche je zwei Erkundungsbohrungen zu planen und diese in unterschiedlichen Tiefen zu Grundwassermessstellen auszubauen, um die Gegebenheiten unter der Erde noch detaillierter zu ermitteln. Diese Maßnahmen sollen jedoch parallel zu Sanierungsvorbereitung und -durchführung ausgeführt werden.

Um Klarheit über den Zustand der weiteren zwei Bohrlöcher zu erlangen, sollen die geophysikalischen Messungen nach einer Ruhephase von sechs bis acht Wochen wiederholt werden. Da der Betrieb einer Erdwärmesonde dem umliegenden Gestein Wärme entziehe, versprechen sich die Experten durch eine längere Ruhephase auch für diese Bohrlöcher aussagekräftigere Messergebnisse.

Derzeit laufen bereits Gespräche mit der Bohrfirma, ob und in welchem Umfang diese bereit ist, die notwendigen Maßnahmen für die Sanierung zu beauftragen. Sollte dies nicht möglich sein, werde das Landratsamt die Maßnahmen anordnen und dann möglicherweise selbst die Sanierung beauftragen.

In Vorbereitung befindet sich derzeit außerdem die Durchführung geophysikalischer Messungen in sieben Bohrlöchern auf drei Grundstücken im Randbereich des Hebungsgebiets.