Erdhebungen

Messpunkte sollen die Wasserleitung sichern

Erdhebungen: Bodensee-Wasserversorgung beaufsichtig ein Versorgungsrohr im Böblinger Nordosten

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Artikel vom 06. Februar 2014 - 17:06

BÖBLINGEN. Die Erdhebungen im Böblinger Nordosten haben nun auch die Bodenseewasserversorgung alarmiert. Entlang einer Versorgungsleitung zwischen der Stuttgarter Straße und dem Krankenhaus hat das Wasserunternehmen Messpunkte anbringen lassen. Diese sollen aufzeigen, ob die Hebungen eine für die Rohre gefährliche Dimension erreichen.

Eigentlich, sagt Alexander Frey, zuständig für die Grundstücksverwaltung bei der Bodensee-Wasserversorgung, sollte das Areal entlang dieser Leitungstrasse schon längst mal wieder gerodet werden. Es sei jedoch manchmal schwierig, die Vegetation im gesamten Gebiet des Wasserversorgers wie gewünscht in Schranken zu halten. Nun sorgte das Böblinger Landratsamt für eine Beschleunigung der Rodung. Die Behörde hat die Wasserversorger darauf hingewiesen, dass die Leitung direkt an dem Wohngebiet südlich der Stuttgarter Straße entlangläuft, in dem die Erdhebungen bereits zu massiven Schäden an den Gebäuden geführt haben.

"Bäume und Buschwerk entfernen sollten wir alle paar Jahre machen, damit wir im Falle eines Schadens da sofort ran können", erklärt Frey. Denn, wenn eine Leitung einmal leck sei, werde es dort schnell "richtig nass". Im Falle der betroffenen Leitung - mit 25 Zentimeter Durchmesser noch ein vergleichsweise kleines Rohr - würden etwa 70 Liter Wasser pro Sekunde entweichen.

Im Ernstfall kann die Leitung brechen

Rund 30 Jahre alt war der Baumbestand, der bisher dafür gesorgt hat, dass die Rohre, die bei der Bushaltestelle gegenüber des Thermalbads in den Wald einbiegen, unsichtbar durch das Unterholz führten. Seit wenigen Wochen reihen sich nun auf der 250 Meter langen und sechs Meter breiten Schneise über ein halbes Dutzend orange eingefasste Messpunkte als bunte Farbtupfer im tristen Unterholz aneinander. Die Markierungen werden nun regelmäßig untersucht, um rechtzeitig auf kritische Veränderungen reagieren zu können. "Da besteht durchaus die Gefahr, dass die Leitung bricht", sagt Alexander Frey.

Die betroffene Leitung mündet in den Wasserbehälter an der Waldburg, der sich im Besitz der Stadtwerke Böblingen befindet. Von dort aus werden das Böblinger Krankenhaus und die umliegenden Wohngebiete versorgt.

Bis nach Böblingen gelangt das Bodenseewasser über zwei Hauptleitungen mit einem Durchmesser von 1,10 und 1,40 Meter, die aus Richtung Süden durch den Schönbuch bis Stuttgart-Rohr führen. Kurz vor der Autobahn zweigen die Versorgungsleitungen für die Städte Böblingen und Sindelfingen ab. Von diesen zweigen wiederum kleinere Rohre ab, die das Trinkwasser in die jeweiligen Wohngebiete zu den Endverbrauchern bringen.