Erdhebungen

OB: Vorerst keine Bohrungen mehr!

Einspruch bei Kreis angekündigt

Artikel vom 27. Februar 2014 - 17:06

SINDELFINGEN (wrh). Die Stadt Sindelfingen will Widerspruch dagegen einlegen, dass der Landkreis weiterhin Erdwärmebohrungen zulassen will, obwohl noch nicht einmal klar ist, wie mit den Schäden verfahren werden soll, die bei derartigen Erkundungen in Böblingen und anderswo entstanden sind. Das kündigte Oberbürgermeister Bernd Vöhringer in der Gemeinderatssitzung am Dienstag an.

Vöhringer nahm Bezug auf die Ampelkarte, die das Landratsamt vor einigen Tagen herausgegeben hat. Darauf ist farblich markiert, wo grundsätzlich, wo mit erhöhten Auflagen und wo auf keinen Fall Erdwärmesonden niedergebracht werden dürfen. Das Gebiet der Stadt Sindelfingen liegt weitgehend in jener Zone, in der Bohrungen unter erhöhten Auflagen zugelassen werden können.

Das Landratsamt hatte nach dem Wirbel um die Erdhebungen in Böblingen ein Projekt in der Mahdentalstraße in Sindelfingen zunächst einmal stoppen lassen. Jetzt aber darf der Bauherr zwar nicht 76 Meter wie ursprünglich geplant, aber 38 Meter tief in die Erde bohren. Die Besorgnis der Nachbarn ist dadurch nicht kleinen geworden, was die Ausführungen von Gisela Herrendörfer in der Einwohnerfragestunde zeigten. Die Kommunalpolitiker teilen diese Sorge. "Es ist unverständlich, wie das Landratsamt bei dieser unaufgeklärten Gemengelage noch Genehmigungen erteilen kann", sagte OB Vöhringer. Er will erreichen, dass der Landkreis alle Bohrungen zurückstellt, "bis alle Risiken ausgeschlossen sind".