Staufen rechnet nach Risseschäden mit jahrelanger Sanierung

  • img
    Transparent mit Aufschrift «Staufen darf nicht zerbrechen» hängt am Rathaus Staufen. Foto: P.Seeger

Artikel vom 18. August 2017 - 07:49

Staufen (dpa/lsw) - Zehn Jahre nach den ersten Gebäuderissen durch missglückte Geothermiebohrungen in Staufen bei Freiburg rechnet die Stadt mit jahrelangen Sanierungsarbeiten. Das Problem sei noch immer nicht gelöst, sagte Bürgermeister Michael Benitz (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Der Boden bewege sich weiter, jedoch nicht mehr so stark wie in den Anfangsjahren. «Ich gehe aber davon aus, dass wir mit dem Problem noch viele Jahre, vermutlich eher Jahrzehnte zu kämpfen haben werden.» Seit einer Erdwärmebohrung im September 2007 habe sich Staufen an manchen Stellen um bis zu 62 Zentimeter nach oben und seitlich um bis zu 45 Zentimeter bewegt, sagte Benitz. Es komme so an Gebäuden zu Rissen und anderen Schäden. Bislang seien diese notdürftig repariert worden, eine umfassende Sanierung sei bislang nicht möglich gewesen. Im historischen Ortskern sind den Angaben zufolge durch die Erdbewegungen mehr als 270 Gebäude beschädigt. Der Schaden liegt nach Angaben der Stadtverwaltung bei mehr als 50 Millionen Euro. Ende Juli hatte es eine außergerichtliche Einigung gegeben. Die verantwortlichen Bohrfirmen zahlten den Angaben zufolge insgesamt 1,175 Millionen Euro. Die Stadt verzichtete dafür im Gegenzug auf alle weiteren Forderungen.